IWF-Untersuchung: Länder sitzen auf Billionen an Vermögen

10. Oktober 2018, 06:00
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Mit Rohstoffen und Unternehmensbeteiligungen lukrieren die Top drei Norwegen, Russland und Kasachstan am meisten

Bali/Wien – Norwegen zählt zu den reichsten Staaten der Welt. Das Land verfügt nicht nur über große Öl- und Gasvorräte, sondern legt die Erträge aus der Förderung auch gewinnbringend an. Der norwegische Staatsfonds hat so mittlerweile eine Billion Dollar auf der hohen Kante. Das ist das Zweieinhalbfache der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Der Fonds hält große Anteile an Apple, Nestlé oder der Google-Mutter Alphabet, insgesamt befinden sich 9.100 Unternehmen in seinem Portfolio.

Norwegen mag zwar ein besonders ausgeprägtes Beispiel für öffentliches Vermögen sein, doch auch andere Staaten sind reich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nun untersucht, wie es um die "Assets" von 31 Staaten steht. Er hat neben Firmenbeteiligungen Rohstoffreserven und andere Vermögen kalkuliert. Das Ergebnis: Unter dem Strich kommen die Länder auf einen sagenhaften Reichtum in Höhe von 101 Billionen Dollar. Das entspricht 219 Prozent des Bruttoinlandsprodukts dieser Staaten.

Rohstoffe größte Werte

Mit 110 Prozent des BIP und somit der Hälfte des Vermögens fallen die Rohstoffe am stärksten ins Gewicht. Dahinter folgen die Unternehmensbeteiligungen. Norwegen liegt dabei klar an der Spitze, dahinter rangieren Russland und Kasachstan.

Unter dem Strich zeigt sich, dass das "Eigentum" der öffentlichen Einrichtungen deutlich größer als die Verschuldung ist, die bei 95 Prozent des BIP liegt. Allerdings handelt es sich dabei um eine Durchschnittsbetrachtung. Ein Drittel der Staaten hat eine negative Bilanz, zumindest wenn man die aus den Pensionsverpflichtungen entstehenden Verbindlichkeiten berücksichtigt. Zu diesen Ländern zählen auch Österreich, Portugal, die USA, Japan und Großbritannien. Alle drei Staaten kommen auf besonders hohe Pensionsverpflichtungen.

USA drohen Verluste

Der eigentliche Grund der IWF-Untersuchung ist, herauszufinden, wie sich die Finanzlage im Falle einer Krise entwickeln könnte. Schon nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers hat sich gezeigt, dass die Vermögen der öffentlichen Einrichtungen deutlich geschrumpft sind. Für die Industriestaaten hat der Währungsfonds eine Reduktion der Assets um elf Billionen Dollar ermittelt. In einem Stressszenario wären neuerliche Verluste wahrscheinlich. Das staatliche US-Nettovermögen würde beispielsweise um 26 Prozentpunkte des BIP zurückgehen. Die Empfehlung des IWF: Die Staaten sollen ihre Assets effizienter managen. (as, 10.10.2018)

  • Norwegen verdankt seinen Reichtum dem Öl und seiner Anlagestrategie.
    foto: reuters

    Norwegen verdankt seinen Reichtum dem Öl und seiner Anlagestrategie.

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