Schmerzmittel als Verkaufsschlager in Online-Apotheken

9. Oktober 2018, 12:27
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Die Online-Apotheke Vamida versendet monatlich 10.000 Pakete. Am besten verkaufen sich Schmerzmittel wie Thomapyrin und Voltadol

Wien – Die Bestellung von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten und Pflegeprodukten im Internet legt heuer um rund zwölf Prozent zu, rechnet die österreichische Versandapotheke Vamida mit Verweis auf den Marktforscher IQVIA vor. Vamida selbst werde heuer – unter anderem wegen der Fusion mit Apobag – um 25 Prozent wachsen.

Vamida-Chef Marco Vitula sieht den Zuwachs im Online-Apothekenhandel in der allgemein steigenden Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten wie Schmerz- und Erkältungsmitteln sowie Verdauungs- und Diätprodukten. Fast jedes dritte Apothekenprodukt sei im Vorjahr rezeptfrei weitergegeben worden.

Thomapyrin und Voltadol

Verkaufsschlager bei Vamida seien Thomapyrin und Voltadol, also Schmerzmittel. Inzwischen haben die Wiener nach Eigenangaben 200.000 Kunden, die monatlich 10.000 Pakete nach Hause bestellen. Neben günstigeren Preisen würden die Kunden auch die Anonymität schätzen.

In Österreich stehen rund 1.400 niedergelassene Apotheken – davon rund 325 in Wien – etwa 60 (zum Teil hauseigenen) Online-Apotheken gegenüber, schreibt Vitula am Dienstag in einer Aussendung. Er will künftig "weitere Vertriebsschwerpunkte öffnen, um zusätzliche Nischenmärkte zu bedienen".

"Überschießender Gebietsschutz"

Im Mai hatte die Bundeswettbewerbsbehörde den Gebietsschutz der Apotheken für "überschießend" erklärt und eine Liberalisierung gefordert. "Aus der derzeit bestehenden Bedarfsprüfung folgt, dass die Apotheken im Wesentlichen frei von Wettbewerbsdruck agieren können, weshalb die wirtschaftliche Existenz auch für jene Apotheken gesichert ist, die ineffizient sind oder für den Konsumenten mangelhaft geführt werden", so die Behörde.

Weltweit tut sich im Medikamentenvertrieb jedenfalls einiges. Im Sommer ist der weltweit größte Onlinehändler Amazon mit der Übernahme der US-Online-Apotheke Pillpack in den Medikamentenhandel eingestiegen. Amazon hatte dabei den Supermarktriesen Wal-Mart ausgestochen. Pillpack spezialisiert sich auf die Betreuung von Patienten, die Arzneimittel auf Rezept bekommen: Die Firma stellt die Medikamente zusammen und organisiert den Versand. (APA, 9.10.2018)

  • Auch Amazon verspricht sich einiges vom Medikamentenvertrieb über das Internet – im Sommer stieg der US-Konzern mit der Übernahme der Online-Apotheke Pillpack in das Geschäft ein.
    foto: cremer

    Auch Amazon verspricht sich einiges vom Medikamentenvertrieb über das Internet – im Sommer stieg der US-Konzern mit der Übernahme der Online-Apotheke Pillpack in das Geschäft ein.

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