Türkei will saudisches Konsulat nach vermisstem Journalisten Khashoggi durchsuchen

    8. Oktober 2018, 14:08
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    Der prominente saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi ist seit einer Woche verschwunden

    Ankara/Berlin – Nach dem Verschwinden des prominenten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi will die türkische Regierung das Konsulat des Königreichs in Istanbul durchsuchen. Das berichtete der Sender NTV am Montag. Ein türkischer Regierungsvertreter sagte zudem, der diplomatische Vertreter Saudi-Arabiens sei am Sonntag erneut ins Außenministerium einbestellt worden. Ihm sei deutlich gemacht worden, dass eine lückenlose Zusammenarbeit bei den Ermittlungen erwartet werde.

    Ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes erklärte, dass man wegen Khashoggi in Sorge sei. Gesichert sei nur, dass er vermisst werde, an Spekulationen werde man sich nicht beteiligen. "Umso wichtiger ist, dass schnell Aufklärung geschaffen wird."

    Verdacht auf Mord

    Khashoggi hatte die Politik seiner Heimat kritisiert und fürchtete nach eigenen Angaben Vergeltung. Das vergangene Jahr verbrachte er im Exil. Am vergangenen Dienstag betrat er das Konsulat in Istanbul, um Dokumente für seine anstehende Hochzeit abzuholen. Nach türkischer Darstellung verließ er es nicht wieder, was Vertreter der saudischen Regierung bestritten haben.

    Die türkische Polizei geht nach Angaben aus Ermittlerkreisen inzwischen davon aus, dass Khashoggi im Konsulat ermordet wurde. Ein saudi-arabischer Vertreter wies das als haltlos zurück. (Reuters, 8.10.2018)

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