Kaffeeröster Illy will am Kapselkaffee-Boom mitnaschen

    8. Oktober 2018, 13:59
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    Illy kooperiert mit dem deutschem Jacobs-Eigentümer. In Österreich wird der neue Kapselkaffee in der zweiten Hälfte 2019 angeboten

    Der Triestiner Kaffeeröster Illy und die deutsche JAB-Holding haben zu Wochenbeginn ein Lizenzabkommen bekanntgegeben. Danach wird JAB für Illy Kapseln herstellen und den "Kapselkaffee" weltweit im Einzelhandel vertreiben. Zahlen über den Wert des Abkommens wurden bei der Präsentation in Mailand nicht genannt. Die Unternehmerfamilie aus Triest hat bislang sämtliche Beteiligungs- und Übernahmeavancen zurückgewiesen und will auch in Zukunft unabhängig bleiben, betonte Konzernchef Massimiliano Pogliani.

    Einziges Zugeständnis ist das neue Lizenzabkommen mit JAB für die von JAB hergestellten Aluminiumkapseln. Damit will Illy den noch relativ geringen Anteil an "Kapselkaffee" erhöhen. Andrea Illy, Präsident des knapp eine halbe Milliarde Euro schweren Kaffeeimperiums, peilt bei Premiumkaffee einen Weltmarktanteil von zehn Prozent an. Rund zwei Drittel des Illy-Kaffees werden exportiert. Die norditalienische Firma will künftig primär auf Kapseln und den Hoffnungsmarkt USA setzen. Das Segment Kapselkaffee ist mit einem jährlichen Wachstum von 30 Prozent der eigentliche Wachstumsmotor am scharf umkämpften Kaffeemarkt.

    Ziel: 800 Millionen Euro Umsatz

    Die ambitionierte Expansionsstrategie sieht vor, dass der Umsatz innerhalb weniger Jahre auf 800 Millionen Euro wachsen soll. Zugleich soll das Netz der Illy-Kaffeeshops verdoppelt werden. 2017 erzielte das Unternehmen mit 1.300 Beschäftigten einen Umsatz von 467 Millionen Euro. Das Wachstum soll sowohl in der Heimat als auch im Ausland erfolgen. Auch E-Commerce soll für das Familienunternehmen eine immer stärkere Rolle spielen. "Wir wollen eine direkte Beziehung zu den Konsumenten aufbauen", meinte Pogliani.

    Illy, 1933 von Francesco Illy gegründet und in vierter Generation geführt, ist bekannt für den Espresso in den silber-roten Dosen. JAB besitzt reihenweise Marken und Einzelhändler und hat zuletzt umgerechnet 1,7 Milliarden Euro für die Sandwich- und Kaffeekette Pret a Manger gezahlt. (Thesy Kness-Bastaroli, 8.10.2018)

    • Illy will künftig hauptsächlich auf Kapselkaffee und den Hoffnungsmarkt USA setzen.
      foto: reuters/alessandro bianchi

      Illy will künftig hauptsächlich auf Kapselkaffee und den Hoffnungsmarkt USA setzen.

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