Katholischer Rektor verlor Posten wegen Äußerungen zur Homosexualität

    8. Oktober 2018, 07:21
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    Vatikan verärgert über verständnisvolle Aussagen des deutschen Hochschulleiters – Dieser setzte sich für stärkere kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden ein

    Köln/Vatikanstadt – In Deutschland hat der Rektor einer katholischen Hochschule wegen positiver Aussagen zur Homosexualität seinen Posten verloren. Die Bildungskongregation im Vatikan verweigere dem Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig die Bestätigung als wiedergewählter Rektor und verlange einen öffentlichen Widerruf seiner Positionen, berichteten der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Frankfurter Rundschau" (Montag).

    Wucherpfennig war im Februar für eine dritte Amtszeit an der Spitze der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main wiedergewählt worden. Die zuständige Vatikan-Kongregation verweigere ihm bisher aber die nötige Unbedenklichkeitserklärung zum Verbleib im Amt, heißt es in den Berichten.

    Dekan: "Wie dumm geht es noch?"

    Wucherpfennig hatte demnach 2016 die biblischen Verurteilungen der Homosexualität in einem Zeitungsinterview als "tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen" bezeichnet. Der Geistliche, der im katholischen Stadtdekanat Frankfurt auch als Homosexuellen-Seelsorger wirke, habe sich für eine stärkere kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden ausgesprochen.

    Der für Sankt Georgen zuständige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, stellte sich in den Zeitungen vor Wucherpfennig. Er habe der Wiederwahl "uneingeschränkt" zugestimmt, sagte ein Bistumssprecher den Blättern. Bätzing habe auch in Rom deutlich gemacht, dass "Bistum und Jesuitenorden gut beraten sind, an der bewährten Hochschul-Leitung festzuhalten".

    Der Frankfurter Stadtdekan, Johannes zu Eltz, reagierte mit Ärger und Unverständnis auf das Agieren Roms. Wucherpfennig sei ein "lauterer Priester und ein unbestechlicher Wissenschaftler", sagte zu Eltz den Zeitungen. "Die Infragestellung seiner Integrität und seine völlig ungerechtfertigte Bestrafung schmerzen mich." Der Dekan fügte hinzu: "Wie dumm geht es denn eigentlich noch?" (APA, 8.10.2018)

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