Salzburg feiert bei Sturm zehnten Streich

7. Oktober 2018, 19:17
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Der Meister bleibt in der Liga makellos, Sturm trotz Leistungssteigerung unbelohnt – Gulbrandsen und Lainer bzw. Zulj treffen in Graz

Graz – Salzburg hat auch das zehnte Saisonspiel der Bundesliga gewonnen und seine Rekordserie ausgebaut. Am Sonntag feierte eine stark veränderte Salzburg-Elf bei Sturm Graz einen 2:1-(1:1-)Arbeitssieg und baute ihre Führung auf neun Punkte aus.

Fredrik Gulbrandsen (28.) brachte die vor der Pause haushoch überlegenen Gäste in Führung, der unerwartete Ausgleich durch Peter Zulj (43.) sorgte aber wieder für Spannung. Nach der neuerlichen Salzburg-Führung durch Stefan Lainer (53.) steigerte sich Sturm im Finish und näherte sich gegen einen nicht mehr ganz konsequent wirkenden Gegner dem Ausgleich mehrmals an. Am Ende stand aber die zweite Niederlage in den jüngsten drei Partien, in der Tabelle sind die Steirer weiterhin Sechste.

Salzburg rotierte nach Europa League

Marco Rose kreuzte vor 11.147 Zuschauern in der Merkur-Arena mit einer völlig umgekrempelten Startelf auf, in der lediglich vier Spieler der 3:1-Gala gegen Celtic Glasgow standen. Neben Goalie Cican Stankovic rückten auch Jasper Van der Werff, Zlatko Junuzovic, Enock Mwepu, Patson Daka, Smail Prevljak und Fredrik Gulbrandsen in die 4-3-3-Grundformation. Sturm-Coach Heiko Vogel setzte auf eine Dreierkette und ließ mit Markus Punk, Philipp Hosiner, Philipp Grozurek und Emeka Eze alle vier Stürmer auf der Bank.

Salzburg war dann auch das klar tonangebende Team, das vor allem über die Seiten viel Druck machte. Vorerst ließ Gulbrandsen aber zwei gute Chancen aus: Erst rollte er den Ball nach Daka-Stanglpass aus Kurzdistanz aufs halbleere Tor, Goalie Jörg Siebenhandl konnte eingreifen (6.). Zehn Minuten später verzog der Norweger aus guter Position. Beim dritten Versuch ließ er es aber "klingeln", schoss das Spielgerät nach Vorlage von Junuzovic satt ins lange Kreuzeck.

Ausgleich aus dem Nichts

Sturm brachte in der Offensive, von einem unsauberen Abschluss Fabian Kochs abgesehen (12.), wenig zuwege. Dem hohen Pressing der Salzburger hatte man nichts entgegenzusetzen, in den Angriffsaktionen zeigte man sich mutlos und wies zu wenig Passqualität auf. Der Ausgleich kurz vor der Pause kam quasi aus dem Nichts: Nach einem Daka-Foul kurz vor dem Strafraum knallte Zulj den Ball aus 18 Metern via Innenlatte unhaltbar für Stankovic zum 1:1 in die Maschen.

Der unerwartete Treffer ließ Sturm zwar sichtlich selbstbewusster aus der Kabine kommen. Just in die gute Anfangsphase der "Blackys" fiel aber der neuerliche Führungstreffer der Gäste durch Lainer, dessen Kopfball-Bogenlampe über den nicht ganz schuldlosen Siebenhandl ins Tor fiel.

Sturm-Schlussoffensive unbelohnt

Graz behielt kühlen Kopf, Otar Kiteishvili zwang Stankovic von der linken Seite zur Parade (59.). Die Partie blieb offen, Vogel verstärkte die Offensive mit Pink (62.) und Eze (73.).

Die beste Chancen hatte in der Folge auch Sturm, Kochs Schuss zog nur knapp am langen Eck vorbei (72.). Spätestens das Finish gehörte den Hausherren. Salzburg wackelte, hatte aber in Stankovic einen sicheren Rückhalt. Der Teamgoalie vereitelte zwei gute Möglichkeiten von Pink und Zulj (80.), ein Kopfball Stefan Hierländers aus guter Position verfehlte das Ziel knapp (81.).

Salzburgs Defensive hielt stand. Kurz vor Schluss hatte Joker"Hannes Wolf nach Konter noch die Chance, den Sack zuzumachen, scheiterte aber an Siebenhandl (90.). (APA, red, 7.10.2018)

Stimmen:

Heiko Vogel (Sturm-Trainer): "Wir haben zwei unterschiedliche Hälften gesehen. Die erste ging klar an Salzburg, wir sind durch einen wunderschönen Freistoß zurückgekommen. In der zweiten Hälfte war es für die Zuschauer ein hochklassiges Spiel. Alle Wechsel haben ihre Wirkung gezeigt, wir haben gnadenlos auf Offensive gesetzt. Die Niederlage ist dann Fußball in aller Bitterkeit. Ich bin stolz auf meine Jungs, wie sie nach dem Rückstand reagiert und alles investiert haben."

Stefan Hierländer (Sturm-Kapitän): "Von der Einstellung und Grundbereitschaft her, war es ein gutes Spiel von uns gegen eine laufstarke, ballsichere Salzburger Mannschaft mit hoher Qualität. Nach einer solchen zweiten Hälfte ohne Punkte dazustehen, ist bitter."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Wir sind sehr glücklich, mit drei Punkten aus Graz wegzufahren. Es war das erwartet schwere Spiel. Meine Mannschaft ist aber in allen Bereichen an die Limits gegangen. Wir hatten eine sehr gute erste Hälfte, in der zweiten hatten wir bei der einen oder anderen Situation auch das Quäntchen Glück. Graz hat in der zweiten Hälfte das Risiko erhöht. In der Phase haben wir es nicht geschafft, die Konter gut zu Ende zu spielen. Meine Jungs sind auch nur Menschen, zudem spielten wir gegen einen Gegner mit Qualität."

Zlatko Junuzovic (zweifacher Salzburg-Assistgeber:) "Ich habe jede Sekunde in diesem Stadion genossen, hier bin ich groß geworden. Wir haben super über die Flügel gespielt, sind in den Sechzehner gekommen, müssen aber eine bessere Boxbesetzung haben. Sturm hat in der zweiten Hälfte gezeigt, dass sie Qualität haben."

Cican Stankovic (Salzburg-Tormann): "Es ist ein Wunder, dass Sturm so weit hinten ist. In der zweiten Hälfte haben sie es uns richtig schwer gemacht. Trotz der englischen Runden haben wir einen unglaublichen Lauf."

Ticker-Nachlese

Salzburg schlägt Sturm 2:1

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1:0: Rapid-Arbeitssieg bei Kühbauer-Heimdebüt

0:1: Überlegener LASK stolpert in Innsbruck

Vorschau: Sturm will Serienmeister Salzburg "ein Bein stellen"

2:0: Altach gibt Rote Laterne mit Sieg gegen Austria ab

0:0: St. Pölten punktet auch ohne Kühbauer

4:3: Hartberg in Wolfsberg mit spektakulärem Erfolg

Live-Nachlese: Die Samstags-Konferenz

  • Fredrik Gulbrandsen brachte Salzburg auf Kurs.
    foto: apa/erwin scheriau

    Fredrik Gulbrandsen brachte Salzburg auf Kurs.

  • Sturm blieben am Ende nur Frust und Enttäuschung.
    foto: apa/erwin scheriau

    Sturm blieben am Ende nur Frust und Enttäuschung.

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