Wahltag in Bosnien-Herzegowina verläuft laut OSZE ruhig

    7. Oktober 2018, 15:05
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    Mehr als drei Millionen Menschen sind wahlberechtigt, doch nur rund die Hälfte der Bevölkerung dürfte von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen

    Sarajevo – Die Präsidenten- und Parlamentswahlen, bei denen in Bosnien-Herzegowina am heutigen Sonntag das neue dreiköpfige Staatspräsidium sowie das gesamtstaatliche Parlament und die Parlamente der zwei Landesteile und Kantone gewählt werden, verlief zunächst ruhig. Dass es bisher keine Probleme gab, bestätigte in Sarajevo Medien gegenüber auch Makis Voridis, Sonderkoordinator der OSZE-Beobachtermission.

    Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission machten bis 11.00 Uhr landesweit 11,4 Prozent der Stimmberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Die Wahlbeteiligung sei mehr oder weniger jener bei den letzten Wahlen im Jahr 2014 ähnlich, meinte Wahlkommissionspräsident Branko Petric bei einer Pressekonferenz in Sarajevo. Damals lag die Wahlteilnahme am Ende des Wahltages bei 54 Prozent. Die staatliche Wahlkommission notierte nach seinen Worten bis jetzt nur geringere Irregularitäten.

    foto: apa

    "99 kritische Situationen"

    Nicht so die Beobachter von der Organisation "Pod lupom" (Unter der Lupe). Sie meldeten bis 9.00 Uhr sogar 99 "kritische" Situationen, wobei es in vier Fällen auch um den sogenannten "bulgarischen Zug" gegangen sein soll. Dabei handelt es sich um einen in der Region häufigen Wahlbetrug, wobei ein erster Wähler einen bereits vorausgefüllten Stimmzettel ins Wahllokal bringt um seinen eigenen Stimmzettel mitzunehmen, damit dieser draußen ausgefüllt und einem anderen Wähler übergeben wird.

    In einem Wahllokal in Doboj musste die Stimmabgabe nach Angaben von Beobachtern der Organisation "Pod lupom" eingestellt werden, nachdem jemand Tränengas geworfen hatte. Vom bosnisch-serbischen Innenministerium wurde der Bericht allerdings bestritten. Der Urnengang läuft noch bis 19.00 Uhr. (APA, 7.10.2018)

    • Man erwarte eine ähnliche Wahlbeteiligung wie im Jahr 2014 –  damals waren es 54 Prozent.
      foto: amel emric

      Man erwarte eine ähnliche Wahlbeteiligung wie im Jahr 2014 – damals waren es 54 Prozent.

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