Sara Netanjahu wegen Betrugsverdachts vor Gericht

    7. Oktober 2018, 14:33
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    Der Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten wird vorgeworfen auf Staatskosten Essen im Wert von 83.000 Euro bestellt zu haben

    Jerusalem – Sara Netanjahu, Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, steht wegen Betrugs und Untreue vor Gericht. Der Prozess gegen die 59-Jährige begann am Sonntag vor dem Bezirksgericht in Jerusalem.

    Ihr wird vorgeworfen, zwischen 2010 und 2013 mit einem Mitarbeiter in Edelrestaurants auf Staatskosten Essen im Wert von umgerechnet 83.000 Euro bestellt zu haben, obwohl die Familie gleichzeitig eine Köchin beschäftigte. Netanjahu soll Hunderte Gerichte bestellt und das Geld dafür vom Büro des Ministerpräsidenten erhalten haben. Gleichzeitig seien Köche in der Residenz des Regierungschefs beschäftigt gewesen. Netanjahu und der Mitarbeiter hätten dies allerdings verschleiert, hieß es in einer Gerichtsmitteilung. Der ebenfalls angeklagte Mitarbeiter sei auch für die Verwaltung der Residenz zuständig gewesen.

    "Anklage wegen Reisnudeln"

    Sara Netanjahu hat immer wieder ihre Unschuld beteuert. Ihre Anwälte teilten am Sonntag vor Prozessbeginn mit: "Zum ersten Mal in der Geschichte wird die Ehefrau eines Regierungschefs wegen Reisnudeln und Essen zum Mitnehmen von vor sechs bis sieben Jahren angeklagt." Die Mahlzeiten seien von einem anderen Mitarbeiter, dem ehemaligen Hausmeister und heutigen Kronzeugen Meni Naftali, "gegen den Willen von Sara Netanjahu bestellt" worden. Chefköche seien nur bei offiziellen Anlässen und nicht für Privatmahlzeiten im Amt des Ministerpräsidenten beschäftigt worden.

    Israels Staatskontrolleur hatte bereits Anfang 2015 einen äußerst kritischen Bericht über die hohen Ausgaben im Haushalt des Regierungschefs veröffentlicht. Die Polizei hat auch gegen Regierungschef Netanjahu eine Anklage wegen Korruption empfohlen. (APA, 7.10.2018)

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