ÖFB-Frauen gegen Deutschland chancenlos

    6. Oktober 2018, 16:12
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    Nationalteam muss sich neuformierter DFB-Elf 1:3 geschlagen geben, die Niederlage hätte höher ausfallen können

    Essen – Deutschland war für Österreichs Fußball-Frauen eine Nummer zu groß. Das ÖFB-Team musste sich der Nummer zwei der Welt in einem Test in Essen am Samstag 1:3 (1:1) geschlagen geben. Das Ergebnis hätte noch höher zugunsten der Gastgeberinnen ausfallen können. Für Österreich traf Nicole Billa (34.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich, die Tore der klar überlegenen Deutschen erzieltenAlexandra Popp (8.), Linda Dallmann (56.) und Lea Schüller (85.).

    Teamchef Dominik Thalhammer hatte sich im Vorfeld zuversichtlich gezeigt, dass seine Auswahl in der Lage sei, "Gegner wie Deutschland zu schlagen". Entsprechend risikofreudig ließ er v or der mageren Kulisse von 3569 Zuschauern beginnen. Deutschland nutzte die sich dadurch bietenden Räume, dominierte die erste halbe Stunde trotz zahlreicher Umstellungen, die Interimstrainer Horst Hrubesch vorgenommen hatte, klar.

    Verblüffender Ausgleich

    Popp brachte die Deutschen nach Flanke von Felicitas Rauch per Kopf in Führung. Danach stand mehrmals Manuela Zinsberger im Mittelpunkt. Zuerst hatte Österreichs Torfrau nach einem Abspielfehler Glück, dass Dallmann den Ball danebensetzte (20.). Danach rettete sie nach einem Gestocher im Strafraum auf der Linie (25.). Die größte Gelegenheit auf das 2:0 ließ Popp aus, die alleine vor Zinsberger vergab (30.).

    Thalhammer reagierte, brachte mit Nadine Prohaska früh etwas mehr Stabilität für das zentrale Mittelfeld (29.). Der Ausgleich fiel dennoch völlig überraschend: Billa kam nach Pass von Laura Feiersinger aus stark abseitsverdächtiger Position an den Ball, ihr Schuss wurde noch abgefälscht. In den vergangenen drei Länderspielen hat die Hoffenheim-Legionärin nun viermal getroffen.

    Rückzugsgefecht

    Österreich war nach dem Ausgleich etwas besser im Spiel, kam bis zur Pause in einige Pressing-Situationen. Die Deutschen legten nach Seitenwechsel aber wieder zu und drängten die Gäste immer weiter in die Defensive – ließen allerdings erneut zahlreiche Großchancen ungenutzt. Johanna Elsig köpfelte an die Stange (49.), Popp vergab erneut (52.). Ein Ballverlust von Carina Wenninger in der Vorwärtsbewegung ermöglichte Dallmann nach Zuspiel von Popp dann das 2:1.

    Zinsberger musste noch einige Male eingreifen, Entlastungsangriffe der Österreicherinnen gab es nur wenige. Den Schlusspunkt setzte Schüller mit einem satten Distanzschuss von knapp außerhalb des Strafraums. Im zweiten Duell mit Deutschland gab es für die ÖFB-Frauen damit die zweite Niederlage. Im November 2016 war das Thalhammer-Team in einem Testspiel in Regensburg mit 2:4 unterlegen.

    Hrubeschrekord

    Hrubesch feierte dagegen an alter Wirkungsstätte den sechsten Erfolg in Serie. Damit verbesserte er den Startrekord von Silvia Neid aus dem Jahr 2005. Das ehemalige Kopfball-Ungeheuer wird Deutschland wohl auch noch bei den Heimspielen gegen die WM-Teilnehmer Italien (10. November in Osnabrück) und Spanien (13. November in Erfurt) betreuen. Seine designierte Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg ist mit der Schweiz noch in den WM-Playoffs engagiert. (APA, sid, 6.10. 2018)

    Test-Ergebnis:

    Deutschland – Österreich 3:1 (1:1). Essen, 3.569 Zuschauer.

    Tore: Popp (8.), Dallmann (56.), Schüller (85.) bzw. Billa (34.)

    Deutschland: Schmitz (ab 46. Frohm) – Peter (ab 46. Maier), Doorsoun, Elsig, Rauch (ab 58. Simon) – 13 Däbritz – 24 Gwinn (ab 76. Knaak), Magull, Dallmann (ab 80. Rolser), Huth (ab 46. Schüller) – Popp

    Österreich: Zinsberger – Wenninger, Kirchberger, Puntigam – Schiechtl, Feiersinger (46. Pinther), Zadrazil, Makas (29. Prohaska), Aschauer – Billa, Burger (67. Eder)

    Stimmen:

    Dominik Thalhammer (Teamchef Österreich): "Wir sind enttäuscht, weil wir heute als Team, vor allem gegen den Ball, nicht gut funktioniert haben. Wir sind die Pressing-Aktionen nur mit 70 bis 80 Prozent gelaufen. Deutschland musst du aber mit 100 Prozent anlaufen, nur dann machen sie Fehler wie beim 1:1. Auch im Ballbesitz hätten wir uns mehr zutrauen müssen."

    Horst Hrubesch (Teamchef Deutschland): "Man muss den Mädels ankreiden, dass sie nicht mehr Tore gemacht haben, aber ansonsten war das eine klasse Partie. Ich bin hochzufrieden, auch mit den jungen Spielerinnen. Das Umschalten ist gut, die ganze Art und Weise ist kompakt, wir hatten frühe Ballgewinne und sind gut in die Räume reingekommen."

    Alexandra Popp (Torschützin Deutschland): "Wir haben sehr viel Selbstvertrauen getankt, haben den Ball oft mit ein, zwei Kontakten laufen lassen. Daran sieht man, dass wir auf dem richtigen Weg sind, auch wenn wir – und vor allem ich – noch ein, zwei Tore mehr hätten erzielen müssen."

    • Österreichs Torfrau Manuela Zinsberger hatte gut zu tun.
      foto: imago/scheiber

      Österreichs Torfrau Manuela Zinsberger hatte gut zu tun.

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