Wälder für den Klimaschutz: Monokulturen sind die schlechtere Wahl

    8. Oktober 2018, 10:00
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    Schweizer Studie ergab, dass artenreiche Wälder deutlich mehr Kohlenstoff einlagern

    Zürich – Prinzipiell ist es eine gute Idee, für den Klimaschutz Wälder zu pflanzen, die überschüssigen Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen. Die gängigste Ausformung dieser Strategie – nämlich das Anpflanzen von Monokulturen – ist aber ineffizient. Eine neue Stdie kommt zum Schluss, dass artenreiche Wälder deutlich mehr Kohlenstoff aufnehmen.

    Der Versuch

    Ein Forscherteam der Universität Zürich führte ein Experiment durch, für das in den Jahren 2009 und 2010 über 30 Hektar Wald in einem Berggebiet westlich von Shanghai angepflanzt wurden. Das Gebiet wurde in über 500 Parzellen mit unterschiedlichen Baum-Mischungen aufgeteilt, um diese später miteinander vergleichen zu können. Die artenreichsten Parzellen hatten 16 Baumarten.

    Artenreiche Wälder nehmen doppelt so viel Kohlenstoff auf wie Monokulturen – dies gilt zumindest für subtropische Wälder in China. Ein Forscherteam unter Beteiligung der Universität Zürich pflanzte für diese Erkenntnis über 30 Hektar Wald an.

    Der Vergleich

    Das Ergebnis, das die Uni Zürich nun publik machte, zeigt, dass die artenreichsten Parzellen am meisten Kohlenstoff speicherten; die Details sind im Fachmagazin "Science" erschienen. Die Bilanz: Ein artenreicher Wald speichert in seiner oberirdischen Biomasse durchschnittlich 32 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Eine Monokultur brachte es hingegen nur auf zwölf Tonnen – also nicht einmal die Hälfte.

    "Diese Ergebnisse haben große ökologische und ökonomische Bedeutung", wird Mitautor Bernhard Schmid von der Universität Zürich zitiert. Wald sei also nicht gleich Wald, wenn es um Klimaschutz gehe. "Leider herrscht auch bei uns noch immer die Falschmeinung vor, Produktivität und Biodiversität würden sich gegenseitig ausschließen – das Gegenteil ist aber der Fall." (APA, red, 8. 10. 2018)

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