Macbooks und iMac Pro: Reparaturen nur mit spezieller Apple-Software

    5. Oktober 2018, 10:07
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    Nur autorisierte Partner des Herstellers bekommen das Diagnose-Tool für die neuen Modelle

    Apple übt nicht nur strikte Kontrolle über sein Software-Ökosystem aus, auch andere Bereiche, die an seinem Gerätegeschäft hängen, hat man fest in der Hand. Reparaturen gibt es nur in offiziellen Servicezentren und bei autorisierten Partnern, andere Anbieter oder Privatnutzer haben gar nicht erst die Möglichkeit, offiziell an Original-Ersatzteile zu kommen.

    Mit neuer Hardware werden die Möglichkeiten für alternative Anbieter und Nutzer, Reparaturen durchzuführen, nun offenbar noch weiter eingeschränkt. Wie Motherboard berichtet, lassen sich wichtige Diagnosen beim aktuellen iMac Pro und den diesjährigen Modellen des Macbook Pro nur noch mit einer eigenen Software durchführen.

    Spezialsoftware für eigenen Chip

    Das liegt daran, dass in den Geräten ein eigener, von Apple angepasster Controller-Chip werkt. Der "T2" steuert den sicheren Startvorgang und Verschlüsselung, die Bildsignalverarbeitung und bindet auch SSDs an das System an. Will man einen Defekt am Chip oder einer darauf angewiesenen Komponente feststellen, benötigt man Zugriff auf das "Apple Service Toolkit 2".

    Die Software ist allerdings an die Apple-Cloud angebunden und kann nicht einfach beliebig installiert und ausgeführt werden. Darauf Zugriff bekommen freilich nur offizielle Apple-Partner. So wie viele Drittanbieter über Umwege an Ersatzteile kommen, ist auch nicht auszuschließen, dass sie früher oder später auch die Apple-Software knacken oder eine andere Lösung finden. Derlei Umwege sind allerdings potenziell illegal.

    Inoffizielle Reparaturen immer schwerer

    Die alternativen Händler kämpfen auch bei anderen Geräten vermehrt mit Hürden. Beispielsweise benötigt man spezielle Hardware, um neue TouchID- und FaceID-Sensoren von iPhones nach einem Austausch zu autorisieren, da sie andernfalls den Dienst versagen.

    Gegen solche Restriktionen machen Verbraucherschützer schon länger mobil. Sie fordern, dass es Nutzern und Drittanbietern möglich gemacht werden muss, selber Reparaturen durchzuführen. In den USA wird für die Einführung eines "Rechts auf Reparatur" geworben, einer gesetzlichen Verpflichtung zur Bereitstellung von Anleitungen, Ersatzteilen und anderen Mitteln abseits ausgewählter Partner. (red, 05.10.2018)

    • Alternativen Reparaturanbietern wie iFixit oder Fixjeiphone wird das Leben von Apple immer schwerer gemacht.
      foto: ifixit

      Alternativen Reparaturanbietern wie iFixit oder Fixjeiphone wird das Leben von Apple immer schwerer gemacht.

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