Salzburg dreht Spiel gegen Celtic

    4. Oktober 2018, 20:51
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    Bullen gewinnen Heimspiel gegen schottischen Serienmeister 3:1 – Dabbur zweifacher Torschütze

    Salzburg – Würde Statistik Fußball spielen, hätte Salzburg gestern Abend die Füße hochlegen können. Celtic Glasgow hatte in 14 Europa-League-Auswärtsspielen noch nie gewonnen. Statistik spielt aber nicht Fußball, also musste Salzburg das selbst tun. Und die Bullen taten das durchaus vorbildlich, ein 3:1-Sieg war die Konsequenz.

    Start verschlafen

    Dabei startete die Partie schlecht, und zwar so: Edouard drängte Ramalho bei einem langen Ball ab und bezwang Walke. Man kann nach 95 Sekunden von einem Schock sprechen. Salzburg reagierte mit Halbchancen, Dabbur und Minamino verfehlten das Ziel. Die Celtic-Fünferkette verfestigte sich, der Ball wurde zum Exklusivbesitz der Bullen.

    Trotzdem jubelte Celtic über das nächste Tor, allerdings nur kurz. Walke ließ einen Schuss abprallen, Edouard staubte ab – stand dabei aber im Abseits. Das ukrainische Schiedsrichterteam entschied korrekt. Mit 12:3 Torschüssen ging es in die Pause.

    Reaktion nach Pause

    Salzburg kam erfrischt zurück, Dabbur stellte sich in die Auslage. 47. Minute: Der Stürmer bekommt einen herrlichen Lochpass, bringt den Ball nicht an Gordon vorbei. 51.: Er verdribbelt sich, reklamiert, kassiert Gelb. 55.: Minamino verlängert für Wolf, der mit Übersicht zur Mitte, Dabbur trifft nicht allzu, aber ausreichend platziert zum Ausgleich und zum 100. Europa-League-Tor der Salzburger.

    Nummer 101 folgte prompt, auch dies war kein Zaubertor, auch hier war es egal. Minamino erwurstelte den Ball nach einen Stanglpass, sein Schuss war noch abgefälscht (61.). Die 72. Minute: Ulmer ist im Strafraum, Forrest stolpert, reißt den Salzburger um. Rote Karte und Elfmeter, Dabbur dankte mit dem 3:1.

    foto: imago/jan huebner
    Die endgültige Entscheidung: Rot, Elfer, 3:1.

    Nächste Hürde: Schlusslicht Rosenborg

    Damit war die Partie entschieden, zu einem Offensivlauf schien Celtic nicht einmal ansatzweise in der Lage. Salzburg spielte die Partie ruhig herunter, zeigte noch einige offensive Ansätze, leistete sich vor allem aber keine Dummheiten.

    Das zum Auftakt von Salzburg bezwungene RB Leipzig gewann das Parallelspiel gegen Rosenborg Trondheim 3:1. Salzburg ist mit sechs Punkten vor Leipzig und Celtic (je 3) Tabellenführer, am nächsten Spieltag in drei Wochen gastiert Rosenborg in der Mozartstadt. (schau, 4.10.2018)

    Fußball-Europa-League/Gruppe B/2. Runde:

    Red Bull Salzburg – Celtic Glasgow 3:1 (0:1)
    Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 24.085, SR Serhij Bojko (UKR)

    Tore:
    0:1 ( 2.) Edouard
    1:1 (55.) Dabbur
    2:1 (61.) Minamino
    3:1 (73.) Dabbur (Foulelfer)

    Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Haidara, Samassekou, Wolf (79. Gulbrandsen), X. Schlager – Minamino (71. Junuzovic), Dabbur (85. Yabo)

    Celtic: Gordon – Lustig, Boyata, Hendry, Tierney – Forrest, Mulumbu (78. Christie), Ntcham, McGregor – Griffiths (60. Sinclair), Edouard (82. Morgan)

    Rote Karte: Forrest (72./Celtic/Notbremse)

    Gelbe Karten: Dabbur bzw. McGregor, Hendry, Mulumbu

    Stimmen

    Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Zweifel habe ich eigentlich nie gehabt. Aber wenn du 0:1 zurückliegst, muss du schon einmal zwei Tore schießen. Und wenn du keines machst, wird die Zeit eng. Aber wir haben gut reagiert, gut ins Spiel gefunden und schon eine gute erste Hälfte gespielt. Und in der zweiten Hälfte haben wir schon eine bärenstarke Leistung abgeliefert. Es ist gut und wichtig, gut zu starten. Aber jetzt haben wir ein Heimspiel gegen Trondheim, das mit dem Rücken zur Wand steht. Wir müssen aufmerksam bleiben und weiter reifen. Wenn wir daraus die richtigen Dinge ziehen, werden wir uns weiterentwickeln."

    Hannes Wolf (Salzburg-Offensivspieler): "Der Gegner ist nach der Führung sehr tief gestanden, wir haben in der ersten Hälfte nicht wirklich Lösungen gefunden. Aber wir waren schon die viel bessere Mannschaft. In der zweiten Hälfte haben wir es dann gut ausgespielt. (Nach dem Tor) Ich dachte schon: ,Schwierig'. Aber es war immer genug Zeit. Wir sind ruhig geblieben, das zeichnet uns in letzter Zeit aus. Nach dem 1:1 war uns schon klar, dass da mehr geht. Der Gegner ist auch ein bisschen müde geworden."

    Brendan Rodgers (Celtic-Trainer): "Das bessere Team hat gewonnen. In der ersten Hälfte haben wir gut verteidigt, sie haben keinen echten Weg durchgefunden. Bei den Gegentoren haben wir dann nicht gut genug verteidigt. Und nach dem 1:1 war unser größtes Problem, dass wir den Ball nicht gut genug kontrolliert haben. Dann kannst du dir keine Luft verschaffen. Bei 1:3 ist es dann mit zehn Mann schwer. Aber die Spieler haben alles gegeben."

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    EL-Tickernachlese: Salzburg schlägt Celtic 3:1

    EL-Tabellen

    • Zu Recht umjubelt: der zweifache Torschütze gegen Celtic: Munas Dabbur.
      foto: apa/krugfoto

      Zu Recht umjubelt: der zweifache Torschütze gegen Celtic: Munas Dabbur.

    • Am Ende durften sich die Hausherren feiern lassen.
      foto: apa/krugfoto

      Am Ende durften sich die Hausherren feiern lassen.

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