Kunaseks Mitarbeiter und "kranke Gehirne"

    6. Oktober 2018, 13:48
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    Parlamentarische Anfrage zu Kabinettsmitarbeitern mit fragwürdigen Facebook-Aktivitäten

    Wien – Manfred Reindl ist Vizeleutnant des Bundesheeres. Ob er dessen Oberbefehlshaber, Bundespräsident Alexander Van der Bellen, auch als solchen anerkennt, darf aber hinterfragt werden. Auf Facebook postete Reindl ein Meme, das Van der Bellen und seinen einstigen Kontrahenten Norbert Hofer als Gladiatoren zeigt. Hofer erklärt darin, er sei "rechtmäßiger Bundespräsident der Republik Österreich. Sieger einer manipulierten Wahl, Vertreter eines betrogenen Volkes".

    Auf rechtsextremen Verschwörerseiten sind solche Memes nichts Besonderes. Doch Reindl ist Mitarbeiter im Kabinett von Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ). Das Posting mit den Gladiatoren ist nicht das einzige auf der Facebook-Seite Reindls, das der grünen Bundesrätin Ewa Dziedzic zu denken gab – sie brachte nun eine parlamentarische Anfrage zu Reindl beim Verteidigungsminister ein.

    Sexistische Fotomontagen

    Reindl postete auch schon zu tiefst sexistische Fotomontagen, die eine nackte deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel darstellen, oder stellte sich angesichts eines Maiaufmarsches die Frage, warum Linke, "diese kranken Gehirne", frei herumlaufen dürften. In einem anderen Posting schrieb der österreichische Unteroffizier: "Krieg gegen Putin: Ohne uns! Jeder anständige Deutsche hat die Pflicht, der Kriegshetze gegen Russland zu widerstehen."

    Die Anfrage von Dziedzic befasst sich aber auch mit dem umstrittenen ehemaligen Sprecher des Grazer Vizebürgermeisters Mario Eustacchio (FPÖ), Ernst Brandl, der auch in Kunaseks Kabinett wechselte. Er zeigt auf Facebook Solidarität mit den Identitären und schreibt von der Flüchtlingskrise als "perfidem CIA-Plan". Dziedzic will von Kunasek wissen, ob die beiden Männer vorab vom Abwehramt überprüft wurden und österreichische Staatsbürger seien. Wenn ja, soll Kunasek erklären, warum Reindl meine, ein "anständiger Deutscher" zu sein. Auf STANDARD-Nachfrage meinte ein Sprecher Kunaseks: "Wir beantworten die parlamentarische Anfrage, geben aber vorab keine Stellungnahme dazu ab." (Colette M. Schmidt, 4.10.2018)

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