Studie: Bisher über 250 "Selfie-Tote"

    4. Oktober 2018, 13:47
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    Untersuchung sieht Großteil durch riskantes Verhalten verursacht – hauptsächlich männliche Opfer

    Seit die Frontkameras von Smartphones halbwegs brauchbare Bildqualität liefern, sind "Selfies" im Trend. Viele Menschen lichten sich gerne beim Besuch von Denkmälern oder landschaftlichen Sehenswürdigkeiten ab. Manche gehen allerdings sehr weit, um ein schönes Foto einzufangen.

    Immer wieder ist es dabei auch zu Todesfällen gekommen. In einer Studie haben Forscher im Auftrag des All India Institute nun Zahlen erhoben. Laut ihnen sind zwischen Oktober 2011 und November 2017 weltweit 259 Menschen bei 137 Vorfällen gestorben.

    72,5 Prozent Männer

    Die meisten Todesfälle vereinen Indien, Russland, die USA und Pakistan auf sich. 85 Prozent aller Verstorbenen sind zwischen zehn und 30 Jahre alt. Bei 142 Opfern sehen die Forscher riskantes Verhalten, wie etwa sich an den rutschigen Rand einer Klippe zu stellen. In 69 Fällen sei kein unnötiges Risiko eingegangen worden. Hierzu zählen Fälle, wie unerwartet von einer hohen Welle bei ruhigem Meer erfasst zu werden.

    Strittige Fälle – etwa von einer Stiege zu fallen und sich dabei tödlich zu verletzen – wurden erst nachträglich durch eine Umfrage zugeordnet. Generell sei aber festzuhalten, dass bei der Mehrheit der Todesfälle riskantes Verhalten involviert war. 72,5 Prozent der ums Leben gekommenen waren Männer. Sie stellen mit 115 Personen (zu 27) relativ und absolut die klare Mehrheit hinsichtlich riskanten Verhaltens.

    Die meisten Opfer ertranken

    Als häufigste Todesursache wird mit 70 Opfern das Ertrinken ausgewiesen. Danach folgen Verkehrstote (51) sowie Menschen, die durch Feuer oder einen Sturz (jeweils 48) umgekommen sind. 16 Mal starb jemand durch einen Stromschlag. Elf Mal waren Schusswaffen involviert, die meisten dieser Fälle wurden in den USA verzeichnet. In acht Fällen war ein Tier involviert.

    Die Forscher sehen Todesfälle und Verletzungen bei Selfie-Aufnahmen als "großes Problem für die öffentliche Gesundheit". Sie gehen davon aus, dass die Zahl der tatsächlichen Selfie-Toten höher liegt, da ihre Auswertung auf Medienberichten beruht.

    Verbote, Sperren, Hausverstand

    Lösungsansätze gibt es, etwa in Form von Selfie-Verbotszonen für Risiko-Areale. Dass dies funktioniert setzt aber voraus, dass die Einhaltung auch kontrolliert und durchgesetzt wird. Alternativ können auch Absperrungen und andere Sicherungen, wie Geländer, errichtet werden. Grundsätzlich ist aber fast jeder Selfie-Unfall vermeidbar, indem man als Smartphone-Besitzer Vorsicht walten lässt und sich nicht ohne Not in gefährliche Situationen begibt. (red, 04.10.2018)

    • Selfies vor Grabkammern zu schießen gilt im Allgemeinen als recht ungefährlich.
      foto: reuters

      Selfies vor Grabkammern zu schießen gilt im Allgemeinen als recht ungefährlich.

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