Rapid sucht die Wende bei den Rangers

4. Oktober 2018, 09:47
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Kühbauer: "Sie sind ein atypisches schottisches Team, das einen gepflegten Fußball spielt." 1500 Rapid-Fans begleiten das Team

Glasgow – Rapid steht vor dem Auswärtsspiel der Fußball-Europa-League gegen die Glasgow Rangers vor einem Neustart. Die Partie am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/live Puls 4, DAZN) im Ibrox Park ist die erste unter der Leitung von Dietmar Kühbauer und soll nach den jüngsten Rückschlägen einen Wendepunkt markieren.

Die von 1.500 Fans begleiteten Hütteldorfer peilen gegen den schottischen Rekordmeister zumindest ein Unentschieden an. "Unser Ziel ist es, nicht zu verlieren und den Mut aufzubringen, drei Punkte holen zu wollen", erklärte Kühbauer am Mittwoch vor dem Abflug nach Schottland.

Problemstoffentsorgung

Die Turbulenzen der vergangenen Tage dürfen in Glasgow kein Thema mehr sein, sagte der 47-Jährige. "Wir müssen positiv auftreten und diesen Müll, der vorher war, in die Tonne hauen." Gegen die Rangers könne man sich weder auf mentaler noch auf physischer Ebene Schwächen erlauben. "Sie sind daheim um zwei, drei Klassen stärker. Aber wenn wir etwas mitnehmen, sind wir in der Europa League gut dabei", sagte Kühbauer.

Sein Klub führt durch den 2:0-Heimsieg gegen Spartak Moskau die Gruppe G nach der ersten Runde an. Die Rangers holten zum Auftakt ein beachtliches 2:2 bei Villarreal und lieferten schon davor gute Leistungen auf internationaler Ebene ab.

Glasgower Heimstärke

Schottlands Rekordchampion verlor keine seiner neun bisherigen Europacup-Saisonpartien und überstand die vergangenen sechs internationalen Matches vor eigenem Publikum ohne Niederlage. Im Gegensatz dazu gelang Rapid in den jüngsten neun Europacup-Auswärtsspielen nur ein Sieg.

Mit derartigen Statistiken beschäftigt sich Kühbauer aber wenig bis gar nicht, weit mehr Energie wendet der Burgenländer für die richtige Einstellung seiner Mannschaft auf. "Wir haben einen Spielplan, und den wollen wir durchziehen", kündigte der frühere ÖFB-Internationale an.

Volles Vertrauen in Hickersberger

Entworfen wurde der Plan vor allem von Co-Trainer Thomas Hickersberger, weil Kühbauer nach der Ablöse von Goran Djuricin erst am Dienstag seinen neuen Job übernahm. Vor dem Duell mit den Rangers wird Kühbauer erst zwei Trainings geleitet haben – deswegen geht der Neo-Coach auch von seiner Gepflogenheit ab, bei seinem Klub gleich nach Amtsantritt personell und taktisch ordentlich umzurühren. "Das ist diesmal ein anderer Umstand. Ich vertraue Hickersberger. Das Wichtigste ist, eine klare Spielidee zu haben."

Dabei wird es unter anderem darum gehen, die Rangers nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. "Sie sind ein atypisches schottisches Team, das einen gepflegten Fußball spielt. Dadurch bekommt man aber auch Räume, und die müssen wir bespielen", meinte Kühbauer. "Wir müssen mutig spielen und nicht nur verteidigen."

Selbstvertrauen gesucht

Entscheidend sei in diesem Zusammenhang das Vertrauen auf die eigenen Stärken. "Wir haben eine spielerisch gute Mannschaft, die ihr Potenzial vielleicht noch nicht ganz ausspielt. Das muss unser Ziel für die nächsten Wochen sein."

Bei diesem Vorhaben könnte behilflich sein, dass Rapid im Gegensatz zu den meisten Partien in der Bundesliga nicht unter Siegzwang steht. "Wir haben null Druck, das ist auch einmal schön", sagte Stefan Schwab, Kapitän des Tabellenachten.

Auch den Rangers ist es zuletzt in der schottischen Premiership nicht viel besser ergangen. Als Sechster fehlen der Truppe von Ex-Liverpool-Star Steven Gerrard schon acht Punkte auf Spitzenreiter Hearts, zuletzt setzte es am Sonntag ein 0:1 bei Livingston.

Gerrard warnt vor Trainereffekt

Die Rangers nehmen das Spiel gegen Rapid mit Respekt in Angriff. Gerrard lobte die Qualitäten der Hütteldorfer und warnte im Hinblick auf den Amtsantritt von Kühbauer vor einem Trainereffekt. "Wir rechnen mit einer Reaktion von Rapid, weil sie gerade einen sehr guten Trainer verpflichtet haben. Das ist für die Mannschaft und alle Spieler ein Neustart, daher erwarten wir eine starke Leistung des Gegners", erklärte Gerrard am Mittwoch.

Der frühere Liverpool-Star hat nach eigenen Angaben viele Auftritte der Wiener genau analysiert, tappt nun allerdings im Dunkeln, was mögliche Änderungen durch Kühbauer betrifft. "In taktischer Hinsicht ist jetzt eine Einschätzung für uns schwierig. Aber wir haben uns mit seiner Arbeit bei seinen früheren Klubs beschäftigt und uns natürlich viele Rapid-Spiele angesehen", erzählte Gerrard.

Lob für grün-weiße Offensive

Allzu große Überraschungen seien deshalb nicht zu befürchten. "Ich kenne die Stärken und Schwächen der Rapid-Spieler, habe starke und schwache Leistungen von ihnen gesehen, also glaube ich nicht, dass sich irgendetwas dramatisch ändern wird."

Gerrard warnte vor allem vor Rapids Offensivabteilung. "Sie haben sehr gute Spieler auf den Flügeln, im Mittelfeld und im Angriff, die uns wehtun können. Doch wir wollen gewinnen, denn dann wären wir in einer guten Position um den Aufstieg", betonte der 38-jährige englische Ex-Internationale. (APA, 4.10.2018)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

Glasgow Rangers – SK Rapid Wien (Glasgow, Ibrox Park, 21.00 Uhr MESZ/live Puls 4 und DAZN, SR Ruddy Buquet/FRA)

Rangers: McGregor – Tavernier, Katic, Goldson, Barisic – Arfield, Coulibaly, Ejaria – Candeias, Morelos, Kent

Ersatz: Foderingham – Worrall, McCrorie, Halliday, Grezda, Middleton, Lafferty

Es fehlt: Murphy (Kreuzbandriss)

Rapid: Strebinger – Potzmann, Sonnleitner, Dibon, Bolingoli – D. Ljubicic, Schwab – Murg, Knasmüllner, Ivan – Alar

Ersatz: Knoflach – Auer, Barac, Müldür, Martic, Berisha, Pavlovic

  • Kühbauer: "Unser Ziel ist es, nicht zu verlieren und den Mut aufzubringen, drei Punkte holen zu wollen."
    foto: apa/helmut fohringer

    Kühbauer: "Unser Ziel ist es, nicht zu verlieren und den Mut aufzubringen, drei Punkte holen zu wollen."

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