Mysteriöse Todesserie unter Asiatischen Löwen in Indien setzt sich fort

    3. Oktober 2018, 12:10
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    Neuerlich acht verendete Großkatzen entdeckt – Behörden vermuten Virus- und Protozoeninfektionen

    Neu-Delhi – Eine mysteriöse Todesserie unter Löwen im indischen Gir-Nationalpark setzt sich fort. Nachdem in den vergangenen Wochen 13 der Großkatzen ums Leben gekommen sind, verzeichnet das Schutzgebiet nun acht weitere verendete Löwen. Damit stieg die Zahl toter Tiere innerhalb von drei Wochen auf 21, wie Vertreter des Nationalparks im Bundesstaat Gujarat im Westen des Landes am Dienstag mitteilten. Während ein Teil der Todesfälle auf innerartliche Kämpfe zurückgeführt werden konnte, blieb die Ursache für den Rest rätselhaft. Die Behörden vermuten allerdings, dass eine unter den Löwen grassierende Viruserkrankung verantwortlich ist.

    "Von den acht toten Löwen in der vergangenen Woche starben vier an Virusinfektionen, weitere vier an einer Protozoeninfektion, die durch Zecken übertragen wird", sagte Parkpfleger Dushyant Vasavada. "Es werden noch Tests durchgeführt. Wir hoffen, es ist nicht CDV." Lokale Medien hatten berichtet, das Canine Staupevirus (CDV) sei für die Todesfälle verantwortlich. Das Staupe-Virus befällt vor allem Hunde, betrifft aber auch Großkatzen. 1994 hat eine Staupe-Epidemie in Tansanias Serengeti-Wildreservat fast 1.000 Löwen getötet.

    Die letzten ihrer Unterart

    Der Gir-Wald und seine Umgebung sind das weltweit einzige Gebiet, in dem Asiatische Löwen (Panthera leo persica) noch in freier Wildbahn leben. Die Zahl der Löwen-Unterart hatte im Gir-Nationalpark in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Nach einer Zählung von 2015 lebten in dem Schutzgebiet 523 Löwen – im Jahr 1913 waren es nur 20.

    Nach Bekanntwerden der letzten Todesfälle kontrollierten 500 Helfer den Park, um nach den übrigen Tieren zu sehen. Fünf Löwen würden noch behandelt, 31 Tiere wurden in einer Tierpflegeeinrichtung isoliert, wie Parkmitarbeiter mitteilten. Die Erkrankungen traten demnach nur in einem Teil des Parks auf. Die Tiere wurden vorsorglich geimpft. (red, APA, 3.10.2018)

    • Ein Asiatischer Löwe im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma. Insgesamt leben heute etwas über 100 Asiatische Löwen in Gefangenschaft. Dass es nicht mehr sind, liegt daran, dass sie früher in Zoos oft mit ihren afrikanischen Vettern gekreuzt wurden und erst mühsam wieder ein garantiert reinrassiger Bestand an Asiatischen Löwen aufgebaut werden musste.
      foto: apa/marijan murat

      Ein Asiatischer Löwe im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma. Insgesamt leben heute etwas über 100 Asiatische Löwen in Gefangenschaft. Dass es nicht mehr sind, liegt daran, dass sie früher in Zoos oft mit ihren afrikanischen Vettern gekreuzt wurden und erst mühsam wieder ein garantiert reinrassiger Bestand an Asiatischen Löwen aufgebaut werden musste.

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