Studie: Britische Start-ups bekommen mehr Geld als deutsche

    3. Oktober 2018, 11:41
    posten

    London liegt im Städteranking vor Berlin – Auch München unter den Top-Ten

    Trotz der immer noch unklaren Bedingungen für den EU-Austritt lockt Großbritannien einer Studie zufolge so viel frisches Kapital für Start-ups an wie kein anderes europäisches Land. Im ersten Halbjahr erhielten britische Jungunternehmen insgesamt 3,1 Milliarden Euro, wie das Beratungsunternehmen EY am Mittwoch zu seiner Untersuchung mitteilte. Deutschland liegt mit 2,4 Milliarden Euro auf dem zweiten Rang, gefolgt von Frankreich mit knapp 2,0 Milliarden Euro.

    Noch nie erhielten europäische Start-ups demnach in einem ersten Halbjahr so viel frisches Kapital wie diesmal: Die Mittelzuflüsse stiegen um 27 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro, die Zahl der Finanzierungsrunden nahm um 19 Prozent auf 1995 zu. "Immer mehr Jungunternehmen erhalten frisches Kapital, die Investitionsbereitschaft der Kapitalgeber bleibt hoch und zunehmend werden auch sehr hohe Summen investiert", sagte EY-Experte Peter Lennartz. So sei die Zahl der Finanzierungen mit einem Volumen von mindestens 100 Millionen Euro von zehn auf zwölf gestiegen.

    Berlin an zweiter Stelle

    Im europäischen Städteranking liegt London mit 2,0 Milliarden Euro und 297 Finanzierungen vorne. Den zweiten Platz belegt erneut Berlin mit 1,6 Milliarden Euro und 123 Finanzierungen, gefolgt von Paris mit 1,4 Milliarden Euro bei 197 Finanzierungen. Neben Berlin platzierte sich mit München eine zweite deutsche Stadt unter den europäischen Top-10. Die bayerische Landeshauptstadt landete auf Platz sechs mit 215 Millionen Euro.

    "In Deutschland fließt weiter besonders viel Geld in E-Commerce-Geschäftsmodelle, während in Großbritannien vor allem junge FinTech- und andere Technologie-Unternehmen hohe Summen erhalten", sagte Lennartz zu den Unterschieden zwischen den beiden führenden Ländern. So sei der größte Deal des ersten Halbjahres die Investition von Softbank in das Berliner Online-Gebrauchtwagen-Start-up Auto1 (460 Millionen Euro), die drittgrößte Transaktion war demnach der Börsengang des Berliner Online-Möbelhändlers Home24 (172 Millionen Euro). Auf der anderen Seite des Kanals flossen die höchsten Summen hingegen in die FinTechs Revolut (207 Millionen Euro) und Atom Bank (169 Millionen Euro).

    Zunehmend im Software-Bereich

    Lennartz rechnet auch für das zweite Halbjahr mit einer sehr regen Investitionstätigkeit in Deutschland und Europa. Viel Bewegung gebe es nicht nur bei FinTechs, die im Zuge der Verlagerung der Geldströme ins Internet an Bedeutung gewinnen, sondern zunehmend auch die Bereiche Software & Analytics inklusive Blockchain und künstliche Intelligenz sowie Mobility würden immer interessanter. Sie könnten bei der digitalen Transformation traditioneller Industriebranchen helfen. (Reuters, 3.10.2018)

    Link

    EY

    Share if you care.