Metaller-KV: Gewerkschafter bleiben bei ihren Forderungen

    3. Oktober 2018, 07:59
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    Die zweite Verhandlungsrunde verlief ergebnislos, die Fronten bleiben offenbar verhärtet

    Wien – Noch sind die Fronten verhärtet. Die zweite Verhandlungsrunde beim Metaller-KV ist am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Christian Knill, Sprecher der Arbeitgeberseite, kritisierte nach Gesprächen in einer schriftlichen Stellungnahme einmal mehr eine "Milliardenbelastung", die die Arbeitnehmer mit ihren Forderungen den Betrieben abverlangen würden. Arbeitnehmerverhandler PRO-GE-Chef Rainer Wimmer sagte hingegen, dass man die Forderungen bekräftigt habe. Das sei in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation auch richtig.

    Mit einem Ergebnis ist zwar ohnehin nicht zu rechnen gewesen – sehr viel näher ist man sich aber bei den Gesprächen in der Bundeswirtschaftskammer in Wien-Wieden auch nicht gekommen.

    Die Arbeitgeber hatten die Forderungen der Gewerkschaft – vor allem fünf Prozent mehr Lohn oder Gehalt und umfangreiche Kompensationen für den Zwölfstundentag – im Vorfeld als "blauäugig" bezeichnet. "Das ist völlig unter der Gürtellinie. Da kann man Kurzsichtigkeit vorwerfen", sagten dazu Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG), und GPA-djp-Chef Karl Dürtscher im Vorfeld der Verhandlungsrunde. Wimmer kritisierte die Arbeitgeber auch dafür, dass sie mit Christian Knill einen Sprecher hätten, der selbst nicht verhandle. "Das ist auch nicht okay", so Wimmer.

    Arbeitgeber befürchten" Todesstoß für Unternehmen"

    Noch ist man sich noch nicht einmal über die Datenlage einig. Die Statistik Austria hat zwar das Wirtschaftswachstum fürs Vorjahr etwas nach unten, aber jenes für 2016 nach oben revidiert. Das Argument der Arbeitgeber ist bekannt: Was die Arbeitnehmer forderten, sei ein "Milliardenpaket, ein Todesstoß für viele Unternehmen", kritisierte Knill. Die Betriebe, denen es nicht so gut gehe, dürften "nicht vergessen werden".

    Die Fünf-Prozent-Forderung der Arbeitnehmer sei meilenweit von der Benya-Formel entfernt, ließ er erst am Sonntag wissen. Was käme bei ihm heraus, wenn man die Formel anwendete? Ohne einen Prozentsatz zu nennen, sagte Knill auf diese Frage: "Da braucht man nur die Inflation von 2,0/2,1 Prozent hernehmen und die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Produktivität von prognostizierten 1,4 Prozent – dann kann man das zusammenzählen." Das wären also in etwa gute 2,7 Prozent. In die dritte Verhandlungsrunde geht es am 16. Oktober. (red, 3.10.2018)

    • Arbeitnehmer-Chefverhandler Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer (li.) und Karl Dürtscher bleiben bei ihren Forderungen.
      foto: apa/robert jaeger

      Arbeitnehmer-Chefverhandler Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer (li.) und Karl Dürtscher bleiben bei ihren Forderungen.

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