Automatisierungsprofi Bernecker steigt bei Autozulieferer ein

    3. Oktober 2018, 06:47
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    B&R-Mitgründer hält über Vehikel AVV die Mehrheit an Grazer Tectos

    Wien – Der Grazer Kfz-Zulieferer Tectos gibt ordentlich Gas. Das auf Antriebsstränge und Prüfstände spezialisierte Unternehmen, das alle deutschen und französischen Autobauer beliefert und auch in China, Japan und den USA Kunden hat, will weltweit Niederlassungen gründen. Demnächst sind Standorte in China und Japan geplant, mittelfristig sollen die USA und weitere Länder dazukommen, sagt Geschäftsführer und Gründer Dieter Höfler zum STANDARD. Er hat dafür frisches Kapital eingesammelt: AVV, eine Gesellschaft, die Erwin Bernecker zuzurechnen ist, hält laut Firmenbuch seit kurzem die Mehrheit an Tectos.

    Bernecker hat vor gut einem Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als er und sein Partner Josef Rainer das auf Industrieautomatisation spezialisierte Unternehmen B&R an den Schweizer Weltkonzern ABB verkauft haben. ABB hat den Wachstumskurs des 3.000 Mitarbeiter zählenden oberösterreichischen Betriebs gestärkt, Bernecker investiert derweil in andere Unternehmen. Die zu seiner Privatstiftung zählende AVV hält nun 58 Prozent an Tectos, der Rest gehört Höfler.

    Highspeed-Prüfstände für E-Motoren

    AVV hat einerseits Anteile des staatlichen AWS Mittelstandsfonds erworben, andererseits eine Kapitalerhöhung gestemmt. Damit soll Tectos sein weiteres Wachstum finanzieren. Von den Grazern werden Highspeed-Prüfstände für E-Motoren entworfen und Schwingungen von Antriebswellen mit eigens entwickelten Messgeräten überprüft und optimiert. Derzeit ist das Unternehmen mit 40 Mitarbeitern noch überschaubar, doch das Wachstum dürfte das ändern. Beim Einstieg der AWS im Jahr 2016 hatte Tectos noch 27 Beschäftigte.

    In letzter Zeit hat Höfler nicht nur kapitalmäßigen Zuspruch. Anfang September wurde Tectos zum Landessieger Steiermark der Initiative "Arbeitsplätze durch Innovation 2018" gekürt. Der Preis wird von der Forschungsförderungsgesellschaft FGG verliehen.

    Höfler freut sich, dass der neue Partner die Expansion des Unternehmens langfristig begleiten wolle und zudem Know-how und Erfahrung einbringe. (as, 3.10.2018)

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