Öffnung der Busspuren für E-Autos für Wiens Regierung "inakzeptabel"

    2. Oktober 2018, 15:52
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    Laut Ö1 plant das Verkehrsministerium eine entsprechende Regelung. In Wien wird befürchtet, dass der Verkehr dadurch dramatisch verlangsamt wird

    Wien – Die rot-grüne Wiener Stadtregierung ist strikt gegen eine Öffnung der Busspuren für E-Autos. Wie das Ö1-"Mittagsjournal" berichtete, will das Verkehrsministerium dem Ministerrat am Mittwoch eine entsprechende Regelung vorlegen. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) erteilten dem Plan in einer gemeinsamen Aussendung schon im Voraus eine klare Absage.

    Das Ministerium plane, die dem öffentlichen Verkehr vorbehaltenen Busspuren in den Städten für Elektrofahrzeuge zu öffnen, berichtete Ö1. Das soll Teil eines Gesetzespakets sein, das am Mittwoch auf die Tagesordnung des Ministerrats kommt. Auf APA-Anfrage gab es im Verkehrsministerium dazu keine Auskunft.

    In Wien Beschleunigung des Verkehrs zentral

    Eine Öffnung der Busspuren für E-Autos würde den öffentlichen Verkehr "dramatisch verlangsamen" und sei daher "inakzeptabel", wurden Vassilakou und Sima in der Aussendung zitiert. "In Wien hat die Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs oberste Priorität. Dazu sind eigene Busspuren beziehungsweise eigenständige Gleiskörper wichtig. Nur wenn diese Spuren vom Individualverkehr – egal ob E- oder normales Auto – frei bleiben, gelingt das auch", betonten sie.

    "Für Millionen Öffi-Nutzer würden Autos auf Busspuren massive Verzögerungen bedeuten und für die Wiener Linien massive Mehrkosten", warnte Sima. "Wir werden Bim und Bus in Wien nicht ausbremsen", versprach auch Vassilakou.

    Auch die Salzburger Grünen-Klubchefin Martina Berthold warnte vor Konsequenzen: "Wir brauchen einen Vorrang für den öffentlichen Verkehr", sagte sie zu den Plänen. Auch einige Verkehrsexperten sehen die mögliche Öffnung kritisch.

    Wiener FPÖ sieht Radfahrer als größeres Problem

    Die Wiener FPÖ teilte die Einschätzung von Vassilakou und Sima erwartungsgemäß nicht. "Man sieht an den Äußerungen von Verkehrsstadträtin Vassilakou und SPÖ-Umweltstadträtin Sima zur Freigabe von Busspuren für E-Autos, dass die beiden Damen mit ihren Dienstkarossen vom täglichen Verkehrsgeschehen auf unseren Straßen keinen blassen Schimmer haben", ließ Verkehrssprecher Toni Mahdalik in einer Aussendung wissen. Er sieht eine freie Fahrt für Busse eher durch "provokant langsam dahinzuckende Radfahrer" bedroht. (APA, red, 2.10.2018)

    • Maria Vassilakou (Grüne) ist in Wien Vizebürgermeisterin und als Stadträtin für Verkehr zuständig. Eine von der Bundesregierung ins Spiel gebrachte Öffnung der Busspuren für E-Autos hält sie für keine gute Idee.
      foto: newald

      Maria Vassilakou (Grüne) ist in Wien Vizebürgermeisterin und als Stadträtin für Verkehr zuständig. Eine von der Bundesregierung ins Spiel gebrachte Öffnung der Busspuren für E-Autos hält sie für keine gute Idee.

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