Libanon weist Netanjahus Vorwürfe zu Raketenanlagen zurück

    1. Oktober 2018, 21:00
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    Außenminister Bassil organisierte eine Führung für Diplomaten auf Beiruts Flughafen. Die US-Botschaft war nicht vertreten

    Beirut – Der libanesische Außenminister Gebran Bassil hat für Diplomaten eine Führung auf dem Beiruter Flughafen organisiert, um Vorwürfe des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu widerlegen. Netanjahu zufolge betreibt die islamistische Hisbollah-Miliz dort geheime Raketenanlagen.

    An der Führung durch die Orte der angeblichen Raketenanlagen nahmen am Montag 73 Botschafter teil – die US-Botschaft war jedoch nicht vertreten.

    Netanjahu warnte bei Uno-Generaldebatte

    Netanjahu hatte bei der Uno-Generaldebatte in New York am vergangenen Donnerstag Satellitenbilder gezeigt, auf denen drei angebliche Raketenanlagen der Hisbollah markiert waren. Dabei warnte er die proiranische Bewegung, dass Israel sie nicht davonkommen lassen werde.

    Die Hisbollah, die den Süden des Libanon und die südlichen Teile Beiruts einschließlich der Viertel um den Flughafen kontrolliert, äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

    Bassil spricht von falschen Anschuldigungen

    Bassil warf Israel nun vor, mit falschen Behauptungen "eine weitere Aggression gegen ein souveränes Land rechtfertigen" zu wollen. In den vergangenen acht Monaten habe Israel den Land-, Luft- und Seeraum des Libanon 1.417-mal verletzt, kritisierte er.

    Israel hat zuletzt 2006 einen Krieg gegen die Hisbollah geführt. Die vom Iran unterstützte Miliz verfügt nach israelischen Angaben über bis zu 120.000 Kurzstreckenraketen und hunderte Raketen mit längerer Reichweite. (red, APA, AFP, 1.10.2018)

    • Libanons Außenminister Gebran Bassil beklagt, dass Israel mit falschen Behauptungen eine Aggression gegen sein Land rechtfertigen wolle.
      foto: afp/alexander nemenov

      Libanons Außenminister Gebran Bassil beklagt, dass Israel mit falschen Behauptungen eine Aggression gegen sein Land rechtfertigen wolle.

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