Cybercrime: Falsche Prioritäten

Kommentar1. Oktober 2018, 16:01
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Innenministerium und Polizei nehmen das Thema Cybercrime nach wie vor nicht ernst

Und wieder sind Facebook massenhaft Daten abhandengekommen. 50 Millionen Nutzerdaten sind Hackern in die Hände gefallen, die sich so Einblick in das Leben der Betroffenen verschaffen konnten. Es ist nicht der erste Datenklau, der Millionen Nutzer betrifft. In den vergangenen Jahren wurden auch von populären Onlinediensten wie Yahoo, Dropbox oder Linkedin unzählige Daten gestohlen. In Wien konnten bis vor wenigen Wochen Drogentests eines Labors über das Internet abgerufen werden. Den meisten Nutzern sind diese Vorfälle egal, nach der Änderung ihres Passworts ist das Thema für sie erledigt. Datenschutz und die Sicherheit von IT-Systemen spielen für sie keine Rolle.

Das liegt auch daran, dass die Politik sich um das Thema Datenschutz kaum schert, obwohl es hierzulande immer mehr Cybercrime-Delikte gibt. Laut der Kriminalitätsstatistik wurden der Polizei im Vorjahr 16.804 Anzeigen gemeldet, ein Plus von 28,3 Prozent gegenüber 2016.

Trotzdem nehmen Innenministerium und Polizei das Thema nicht ernst. Sie informieren zwar täglich über Fahrraddiebstähle, Raufereien oder Zechpreller, so gut wie nie jedoch über Trojaner, die Bankkonten leerräumen, Hackerangriffe auf Firmen oder Betrüger, die betagten Menschen via E-Mail Geld abluchsen. Mehr Eifer wird bei der Nennung der Staatsbürgerschaft von Straftätern an den Tag gelegt. Innenministerium und Polizei setzen eben ihre Prioritäten. (Markus Sulzbacher, 1.10.2018)

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