Ismael Tajouri: "Die MLS wird ein bisschen unterschätzt"

    29. September 2018, 12:20
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    Während Zlatan Ibrahimovic mit LA Galaxy glänzt, zeigt ein Österreicher in New York auf – gleich in seiner ersten Saison für City entwickelt sich der 24-Jährige zum Torjäger und greift nach dem Titel

    New York – "Ich hatte vor hier Urlaub zu machen, aber das hat irgendwie nie geklappt, weil die Zeit ein bisschen zu eng war", sagte Ismael Tajouri. "Auf einmal bin ich in New York und kann hier wohnen und leben, das ist natürlich eine extrem schöne Geschichte für mich."

    Anfang des Jahres wechselte der Offensivspieler von der Wiener Austria zum New York City FC. Überzeugt haben ihn vor allem Gespräche mit den Klubverantwortlichen: "Der Sportdirektor und der Trainer haben mir das Zeichen gegeben, dass ich einer der wichtigen Spieler sein kann und das habe ich auch gespürt. Deshalb habe ich mich für den Wechsel nach New York entschieden."

    Auch Daniel Royer, ehemaliger Austria-Teamkollege und jetzt Gegenspieler bei Stadtrivale New York Red Bull, hat Tajouri bei seiner Entscheidung und dem Start bei seiner ersten Auslandsstation geholfen "Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir ein paar Infos über New York und über das Leben hier gegeben hat, das hat mir sehr geholfen", erzählt der 24-Jährige.

    Tajouri lernt im Training mit David Villa

    Auch bei seinem Team hat es von Anfang an gut funktioniert: "Vom ersten Tag an hat mich die Mannschaft sehr gut aufgenommen, sodass ich mich so schnell wie möglich wohl fühle. Ich bin sehr froh, dass ich so ein Team habe und dass ich mich mittlerweile in New York eingelebt habe."

    Wie wohl sich Tajouri in seiner neuen Wahlheimat fühlt, zeigt er auf dem Platz. In 24 Ligaspielen traf er elf Mal und liegt damit nur ein Tor hinter Welt- und Europameister David Villa, der die klubinternen Torjägerliste anführt. "Es ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn du jeden Tag mit David Villa trainierst. Ich und meine Teamkollegen nehmen viel von ihm mit, das hilft uns weiter", so Tajouri.

    Während die erste Saison von Tajouri in den Vereinigten Staaten in die Zielgerade einbiegt, zieht der 24-Jährige einen ersten Vergleich zu seiner Zeit in Österreich. "Ich habe lange in der österreichischen Bundesliga gespielt. Ich glaube der Unterschied ist, dass die MLS von Jahr zu Jahr größer wird. Wie man sieht sind sehr viele Perspektivenspieler hier und nicht mehr so viele alte Spieler wie damals, es wird viel auf junge Spieler fokussiert", resümiert Tajouri.

    Die Fans in den USA sind sportverrückt

    Was ihn an der amerikanischen Liga besonders begeistert: "Es gibt nie einen Favoriten, das macht die MLS aus. Der zweite Faktor sind die Stadien und die Fans. Die sind sportverrückt in den USA, das merkt man bei jedem Heimspiel von uns, wenn wir im Yankees-Stadium spielen. Es ist einfach extrem schön für uns Spieler, fast jedes Wochenende vor 20.000 bis 30.000 Fans zu spielen, dann rennt man mehr und dann will man mehr." Über das Niveau der Liga sagt der 24-Jährige: "Ich glaube die MLS wird ein bisschen unterschätzt, aber was ich gesehen habe und was alle dazu sagen ist die MLS wirklich sehr weit oben. Ich bin froh, dass ich in der MLS spielen kann und dass ich meine Fähigkeiten auch zeigen kann."

    Mit einem 2:0-Heimerfolg gegen das Team von Bastian Schweinsteiger, Chicago Fire, fixierte City in der Nacht auf Donnerstag den Einzug ins Playoff. Drei Spiele vor dem Ende der Regular Season blickt Tajouri bereits auf die entscheidende Phase im Kampf um den Titel: "Wenn ich mir unsere Mannschaft anschaue, haben wir das Zeug, dass wir die MLS gewinnen können. Da bin ich mir zu hundert Prozent sicher. Wir werden alles geben, dass wir es so weit wie möglich schaffen und ich bin überzeugt, dass wir sehr weit kommen werden." Bevor es so weit ist, trifft New York City am Wochenende (So., 2.00 Uhr MESZ) auswärts auf Minnesota United. (Robert Slovacek, 29.9.2018)

    • Gegen Toronto schoss Tajouri mit seinem dritten Doppelpack der Saison sein Team zum 3:2-Sieg.

    • Ismael Tajouri zeigt bei seiner ersten Station im Ausland bei New York City auf.
      foto: apa/afp/getty images/harry how

      Ismael Tajouri zeigt bei seiner ersten Station im Ausland bei New York City auf.

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