"Incredibles 2": Mister Incredible macht fifty-fifty

    30. September 2018, 09:00
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    Auch Trickfilmhelden aus dem Hause Pixar sind manchmal nur Menschen: "Incredibles 2" geizt nicht mit Superkräften, sondern mit Pepp

    Man kennt das: Kaum sitzt man am familiären Esstisch, rutscht ein jeder in seine vorgeschriebene Rolle. Bei den Incredibles (bürgerlicher Name: Familie Parr) sind es nicht die Macken, die sie ausmachen, sondern die ihnen eigenen Superkräfte.

    Mrs. Incredible, besser bekannt als Elastigirl, Mr. Incredible und die drei Kinder Violetta, Flash und Jack-Jack sind zurück, nach sage und schreibe 14 Jahren Pause. Sie waren als Superhelden untergetaucht, da ihr Dasein als illegal gilt, und führten ein bürgerliches Leben inklusive Fernsehen und Take-away zum Abendessen. Es ist ein Businessman und Nostalgiker der guten alten Zeit, der Elastigirl endlich wieder auf den Plan ruft. Sie soll Verbrechen bekämpfen, um das Superhelden-Image aufzubessern, während Mr. Incredible sich in der Rolle des Superdads beim Hüten der Kinder zu Hause versucht.

    Sequel ohne Fehler

    Brad Bird, der die Superfamilie im Hause Pixar erfand und außerdem die wohl sympathischste Ratte der Filmgeschichte kreiert hat (Ratatouille), macht im zweiten Teil nicht viel falsch – aber mehr auch nicht. Die Figuren sind keine Minute gealtert, die Outfits passen noch, auch die Gags sitzen, und gekämpft wird wieder gegen das Böse auf der Welt.

    disney•pixar

    Diesmal ist eben die Mutter anfangs allein auf Mission, der Vater kümmert sich indessen, trotz Augenringen und Dreitagebart, um Mathematikhausübungen, Windeln und das verpatzte erste Date. Die größte Aufgabe besteht darin, Baby Jack-Jack nicht aus den Augen zu verlieren, denn dieser hat wohl von allen die meisten Superkräfte abbekommen und hüpft ebenso leicht in eine andere Dimension, wie er sich selbst klont oder in einen Feuerball verwandelt.

    Referenz an den Zeitgeist

    Das Böse, dieses Mal unter dem Namen Screenslaver, hypnotisiert alle, die in einen von ihm gehackten Bildschirm starren, und füttert sie mit Fake-News. Von diesen Referenzen an den Zeitgeist abgesehen erinnert sich Incredibles 2 vor allem gern an sich selbst zurück, kann in Sachen Witz und Charme aber mit dem famosen ersten Teil nicht mithalten. Die Superkraft zum Eigensinn, sie scheint in der ganzen Action abhandengekommen zu sein. (Lili Hering, 30.9.2018)

    Jetzt im Kino

    • Mrs. Incredible (Elastigirl) stiehtl ihrem Ehemann die Show.
      foto: pixar

      Mrs. Incredible (Elastigirl) stiehtl ihrem Ehemann die Show.

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