Gekentertes Heeresboot: Streit über Hilferuf

    28. September 2018, 10:53
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    Der Notruf wurde nicht vom Bundesheer, sondern 15 Minuten nach dem Unfall von der Feuerwehr abgesetzt

    Hainburg – Nach dem Kentern eines Pionierboots auf der Donau bei Hainburg im Bezirk Bruck an der Leitha vor vier Wochen ist eine Debatte zwischen Bundesheer und Feuerwehr über einen Notruf entbrannt. Zwei junge Frauen mussten am 1. September reanimiert werden und wurden in Wiener Krankenhäuser eingeliefert.

    "Wir wissen, dass die Feuerwehr einen Notruf angefordert hat, allerdings liegen uns auch Informationen vor, dass die Feuerwehr dabei nur Decken angefordert hat. Warum die Feuerwehr nicht einen Großalarm ausgelöst hat, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht", zitierte der ORF Niederösterreich den Pressesprecher des Bundesheers, Michael Bauer.

    Feuerwehr: "Unglaublich"

    Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich reagierte darauf empört: "Uns ist völlig unerklärlich, warum das Bundesheer jetzt versucht, der Feuerwehr eine Mitverantwortung an dieser Katastrophe umzuhängen. Soweit ja bekannt ist, hat das Bundesheer nach dem Unglück überhaupt keinen Notruf abgesetzt. Das hat erst 15 Minuten später ein Feuerwehrmann getan, der zufällig in der Nähe des Unfallortes mit einer Katastropheneinheit geübt hat und Zeuge der völlig chaotischen Situation wurde. Dieser Feuerwehrmann hat den Rettungsnotruf gewählt und sich auf jene Angaben verlassen, die ihm ein Bundesheeroffizier am Ufer übermittelt hat."

    Dass das Bundesheer keinen Notruf abgesetzt hat, ist von Bauer bereits bestätigt worden. Warum das so war, sei ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

    In dem Fall hat sich am Freitag auch der niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) zu Wort gemeldet: Er verurteile es, wenn das Bundesheer eigenes Versagen auf Freiwillige – gemeint ist die Feuerwehr – abwälzen wolle. (APA, 28.9.2018)

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