Razzien nach Festnahme von Terrorverdächtigen in den Niederlanden

    28. September 2018, 11:24
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    Anschlag mit Maschinengewehren und Bombenwesten auf Veranstaltung geplant, sieben Personen festgenommen

    Rotterdam – Im Zusammenhang mit einem möglicherweise vereitelten Terroranschlag hat die niederländische Polizei die Wohnungen von sieben festgenommenen Männern durchsucht. Wegen der noch laufenden Ermittlungen werde es vorerst keine weiteren Details geben, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

    Die sieben Männer im Alter von 21 bis 34 Jahren waren am Donnerstag festgenommen worden. Sie sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen großen Terroranschlag geplant haben. "Eine terroristische Zelle ist ausgeschaltet worden", sagte Justizminister Ferdinand Grapperhaus. Die Verdächtigen sollten am Freitag dem Haftrichter in Rotterdam vorgeführt werden.

    Waffen beschlagnahmt

    Die Männer waren nach monatelangen Ermittlungen in Arnheim im Osten des Landes und in Weert im Südosten von einer Antiterroreinheit festgenommen worden. An der Aktion waren 400 schwerbewaffnete Beamte beteiligt, auch Hubschrauber wurden eingesetzt. Dabei waren mindestens fünf Handfeuerwaffen und mehrere Autos beschlagnahmt worden, darunter ein Kleinbus mit französischem Kennzeichen.

    Nach Angaben der Ermittler wollte die Gruppe mit Sturmgewehren und Bombenwesten einen Anschlag auf ein Großereignis verüben, damit es "bei einer Großveranstaltung möglichst viele Opfer" gibt. Zugleich sollte an einem anderen Ort eine Autobombe zur Explosion gebracht werden.

    Drahtzieher der Gruppe soll ein 34-jähriger Iraker sein, der in Arnheim wohnte. Er war bereits 2017 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er sich der Terrormiliz IS anschließen wollte. Ein Teil der Strafe war zur Bewährung ausgesetzt worden. Auch zwei weitere der nun festgenommenen Männer waren aus diesem Grunde vorbestraft.

    Nach einem Hinweis des Geheimdiensts waren die Ermittlungen bereits im April aufgenommen worden. Im Zentrum der Gruppe soll ein Mann aus dem Irak stehen. Der 34-Jährige mit Wohnsitz in Arnheim war im April ins Visier der Ermittler geraten. Er war bereits 2017 verurteilt worden für den Versuch, ins Kampfgebiet der Terrormiliz IS zu reisen. Das Alter der übrigen Verdächtigen gab die Staatsanwaltschaft mit 21 bis 34 Jahren an. Einzelheiten zu dem geplanten Anschlag und den Verdächtigen nannte sie nicht.

    Pistolen, Handgranaten und Bombenwesten

    Die Verdächtigen waren nach Angaben der Ermittler auf der Suche nach Kalaschnikows, Pistolen, Handgranaten, Bombenwesten und Grundstoffen für die Herstellung einer Autobombe. (APA, 28.9.2018)

    • Spezialeinheiten im Einsatz in Arnhem.
      foto: ap

      Spezialeinheiten im Einsatz in Arnhem.

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