"Distracted Boyfriend"-Meme laut schwedischem Werberat sexistisch

    27. September 2018, 09:54
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    Das virale Meme zeigt einen Mann, der neben seiner Freundin steht und einer vorbeigehenden Frau hinterherschaut

    Ein Mann starrt einer vorbeigehenden Frau hinterher, während seine Freundin neben ihm steht und ihn schockiert ansieht. Das überzeichnete Foto vom "abgelenkten Freund", vom "Distracted Boyfriend" hat sich vor allem im vergangenen Jahr zu einem weit verbreiteten Meme im Netz entwickelt. Der schwedische Werberat verurteilt es nun als sexistisch, wenn es im Kontext einer Werbung verwendet wird.

    Internetanbieter nutzte Meme für Jobausschreibung

    Der "Distracted Boyfriend" wurde zum Symbol für Treulosigkeit – freilich nicht nur im Liebesleben – und taucht noch heute immer wieder auf, was im bekanntermaßen eher kurzlebigen Internet keine Selbstverständlichkeit ist. So nutzte auch der schwedische Internetanbieter Bahnhof das Meme für eine Jobausschreibung. Es zeigte den starrenden Mann als "du", die eifersüchtige Freundin als "dein aktueller Arbeitgeber" und die vorbeispazierende Frau als "Bahnhof".

    Werberat: In einem werblichen Kontext sexistisch

    Der schwedische Werberat findet nun, dass das Meme, welches eigentlich ein Stockphoto eines spanischen Fotografen ist, eher sexistisch ist, wenn es in einem Werbekontext genutzt wird. Es objektiviere Frauen und würde, so der Vorwurf, negative, geschlechtsspezifische Stereotypen bestärken. Es sei erniedrigend, eine Frau als austauschbar wie einen Arbeitsplatz darzustellen, wie der Rat in einem Urteil veröffentlicht.

    Bahnhof verteidigt sich hingegen damit, dass man sich spielerisch als attraktiver Arbeitgeber darstellen wollte. Jeder, der Meme-Kultur im Netz kenne, wisse, wie das Meme genutzt und interpretiert werde. Man habe dem Rat das auch erklärt, dieser habe sich aber dazu entschieden, die Anzeige anders zu interpretieren. Die Entscheidung fungiert bloß als öffentliche Rüge, da der schwedische Werberat keine Sanktionen verhängen kann. (red, 26.9.2018)

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