Urteil gegen Bienentod

Einserkastl26. September 2018, 17:01
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Ein Kärntner Obstbauer hat durch exzessiven Gebrauch eines Pestizids rund 800.000 Bienen umgebracht

Der Obmann des Kärntner Landesobstbauverbandes wurde in Klagenfurt zu zwölf Monaten, davon vier Monate unbedingt, verurteilt (nicht rechtskräftig).

Ja, und? Eine Episode aus dem Gerichtsalltag? War irgendwie Korruption im Spiel oder eine Gewalttat? Warum ist dieses Urteil bemerkenswert?

Weil der Kärntner Obstbauer durch exzessiven Gebrauch eines Pestizids rund 800.000 Bienen umgebracht hat. Beim Spritzen seiner Bäume hat der Mann eine für Bienen absolut tödliche Dosis verwendet und auch sonst Empfehlungen zum Umgang mit Spritzmitteln missachtet. Seine Schutzbehauptungen wurden von einer Sachverständigen entkräftet.

Die Richterin erklärte, das solle "generalpräventive Wirkung" haben (andere abschrecken). Der Angeklagte sei sich sehr wohl der Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt bewusst gewesen. Daher habe er vorsätzlich gehandelt.

Es gibt ein Bienensterben (im Rahmen eines allgemeinen Insektensterbens). In China werden schon hunderttausende Menschen eingesetzt, um Obstbäume per Hand zu bestäuben. Die Schuld liegt zweifellos auch beim katastrophal rücksichtslosen Einsatz von Spritzmitteln.

Unbedingte Strafen für Umweltverbrechen – denn um ein solches handelt es sich hier (zusammen mit der Schädigung von Imkern) – sind eher selten. Mal sehen, ob es generalpräventive Wirkung hat. (Hans Rauscher, 26.9.2018)

Weitere Kommentare von Hans Rauscher lesen Sie hier.

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  • Es gibt ein Bienensterben (im Rahmen eines allgemeinen Insektensterbens).
    foto: apa/dpa/patrick seeger

    Es gibt ein Bienensterben (im Rahmen eines allgemeinen Insektensterbens).

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