Tierschützer: Rasenmäher-Roboter sind lebensgefährlich für Igel

    26. September 2018, 15:46
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    Sorgen für abgetrennte Gliedmaßen und andere Verletzungen – Angstverhalten erhöht Risiko

    Roboter werden immer beliebter als Helfer im und rund um den Haushalt. Neben Staubsaugerroboter genießen auch jene intelligenten Maschinen steigende Beliebtheit, die sich ohne großem Zutun um den Grasbelag des Grundstücks kümmern. Doch die Rasenmäherroboter, die ihre Kreise auf dem Grün ziehen, sind ein Problem für die Tierwelt, berichtet Wired.

    Konkret warnt die Igelstation Winterthur in der Schweiz davor, dass die autonomen Gartenpfleger eine immer größer werdende Gefahr für Igel sind. Man schätze, dass jeder zweite abgegebene Stachelsäuger von einem Roboter verletzt wurde. Man dokumentierte neben Schnittwunden teilweise auch Skalpierungen, abgetrennte Gliedmaßen oder gar aufgeschlitzte Bäuche.

    Die Dunkelziffer an betroffenen Igeln könnte deutlich höher liegen, vermutet man. Denn jene Tiere, die bei der Begegnung mit dem Mäher zu Tode kommen, würden gar nicht erst zur Igelstation gebracht.

    Roboter oft zu einfach gestaltet

    Den Igeln wird dabei ihr natürliches Angstverhalten zum Verhängnis. Im Bedrohungsfall ergreifen die eher behäbigen Bodenbewohner in der Regel nicht die Flucht, sondern rollen sich zusammen, um empfindliche Körperstellen mit ihrem mit Stacheln bewachsenen Rücken zu schützen. Hinzu kommt, dass die Sensorausstattung von Rasenmäherrobotern meistens sehr einfach gehalten ist. Sie können großen Objekten, etwa Bäumen, ausweichen, kleinere Tiere – etwa Jungigel – aber "übersehen".

    Beim Hersteller Husqvarna will man sich des Problems annehmen. Neben dem Einsatz von schwenkbaren Klingen, die mit weniger Kraft schneiden, als fixierte Messer, arbeitet man an zwei technischen Lösungen. Günstigere Roboter sollen künftig eine Art "Besen" besitzen, mit dem kleinere Objekte zur Seite geschoben werden. Die High-End-Lösung besteht hingegen nach einer Kamera, über die Tiere in der Nähe des Roboters erkannt werden können.

    Auch andere Tier ein Gefahr

    Während die größte menschgemachte Gefahr für Igel weiterhin von Autos ausgeht, gefährden die Rasenmäherroboter auch andere Tiere, erklärt ein Vertreter der Humane Society. Demnach sind besonders auch junge Hasen in Gefahr, wenn die Maschine über einen Bau fährt. (red, 26.09.2018)

    • Eine Mitarbeiterin einer deutschen Tierschutzorganisation hält einen verletzten Igel.
      foto: afp

      Eine Mitarbeiterin einer deutschen Tierschutzorganisation hält einen verletzten Igel.

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