Colonia-Dignidad-Sektenarzt Hartmut Hopp bleibt ungestraft

    26. September 2018, 16:13
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    Oberlandesgericht Düsseldorf: Chilenisches Urteil wegen 16-fachen Kindesmissbrauchs wird nicht vollstreckt

    Düsseldorf – Der in Deutschland lebende frühere Arzt der berüchtigten Sekte Colonia Dignidad in Chile, Hartmut Hopp, muss nicht ins Gefängnis. Das in dem Urteil der chilenischen Justiz dargestellte Verhalten Hopps sei nach deutschem Recht nicht strafbar, teilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag mit. Die Entscheidung sei abschließend, weitere Rechtsmittel gebe es nicht.

    Hopp war 2011 in Chile wegen Beihilfe zu sexuellem Kindesmissbrauch in 16 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Bevor seine Strafe rechtskräftig wurde, floh er nach Deutschland. Weil er nicht nach Chile ausgeliefert werden darf, hatte die dortige Justiz beantragt, dass er die Strafe in Deutschland verbüßt.

    Er soll die rechte Hand des deutschen Colonia-Dignidad-Gründers Paul Schäfer gewesen sein. In der landwirtschaftlichen Siedlung wurden während der Militärdiktatur (1973–1990) politische Häftlinge gefoltert und ermordet. Schäfer wurde 2006 wegen Kindesmissbrauchs in Chile zu 20 Jahren Haft verurteilt und starb dort 2010 im Gefängnis. (APA, dpa, 26.9.2018)

    • Das Tor zur Colonia Dignidad, die heute als "Villa Baviera" beworben wird.
      foto: apa/afp/luis hidalgo

      Das Tor zur Colonia Dignidad, die heute als "Villa Baviera" beworben wird.

    • Hartmut Hopp auf einem Archivbild aus dem Jahr 1997.
      foto: apa/afp

      Hartmut Hopp auf einem Archivbild aus dem Jahr 1997.

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