Studie: Glyphosat könnte Bienen auf den Magen schlagen

    25. September 2018, 16:14
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    US-Forscher berichten über Schädigung der Darmflora von Honigbienen – Bayer-Konzern weist auf kleines Untersuchungssample hin

    foto: apa/dpa
    Glyphosat wirkt auf ein Enzym ein, das Pflanzen und viele Mikroorganismen in sich tragen. Tiere wären davon nicht direkt betroffen – im Umweg über die Darmflora könnte es laut einer neuen Studie aber doch zu Gesundheitsschäden kommen.

    Frankfurt – Während sich der deutsche Konzern Bayer in den USA mit tausenden Klagen wegen angeblicher krebserregender Wirkungen des Herbizids Glyphosat konfrontiert sieht, bringt eine aktuelle Studie die dahinterstehende Substanz C3H8NO5P mit einer anderen möglichen Gesundheitsgefährdung in Verbindung. In diesem Fall geht es allerdings um Honigbienen.

    Wissenschafter der Universität Texas in Austin berichteten am Montag im Fachmagazin "PNAS", dass das in der Landwirtschaft häufig eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel die Darmflora von Honigbienen schädige und sie so anfälliger für Infektionen mache. In der Untersuchung wurden Hunderte von erwachsenen Arbeitsbienen aus einem einzigen Bienenstock gesammelt, ein Teil wurde mit Glyphosat in Kontakt gebracht, der andere Teil mit sterilem Zuckersirup. Untersucht wurden dabei die Auswirkungen auf insgesamt 30 Bienen.

    Ergebnis und Reaktion

    Die Glyphosat-Konzentration habe dem Niveau entsprochen, dem Bienen üblicherweise beim Sammeln auf blühenden Unkräutern ausgesetzt seien, berichten die Forscher um Studienerstautor Erick V. S. Motta. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass viele Bakterien in der Darmflora der Bienen jenes Enzym aufweisen, auf das Glyphosat abzielt. Damit würde die Substanz die Darmflora durcheinanderbringen, deren Funktionieren aber für das Wachstum der Tiere und die Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Rolle spielt.

    Der Bayer-Konzern, dessen neue Tochter Monsanto Glyphosat entwickelt hat, betonte in einer Reaktion am Dienstag, dass sich die Studie nur auf eine relativ geringe Anzahl untersuchter Bienen stütze. Die Ergebnisse ließen daher keine allgemeinen Rückschlüsse zu. (red, APA, 25. 9. 2018)

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