Die Malediven fernab vom Tourismus

    27. September 2018, 12:14
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    Die Malediven gelten für viele als traumhafte Urlaubsdestination, doch das Land hat von weit mehr zu erzählen, als von glitzernden Stränden und Palmen.

    Richtungswechsel auf den Malediven: Bei den Präsidentschaftswahlen hat sich am Wochenende überraschend der Oppositionskandidat Ibrahim Mohamed Solih gegen den bisherigen autoritären Amtsinhaber Abdulla Yameen durchgesetzt. Bei den Einwohnern steigt nun die Hoffnung auf eine Besserung der Lage im Land. Für sie ist die Inselgruppe weit weniger paradiesisch, als für viele Touristen. Seit Februar herrscht hier Ausnahmezustand, unter der bisherigen Regierung drohten die Malediven in eine Diktatur abzurutschen.

    Die wichtigsten Fakten über ein Land, dessen Realität eine ganz andere ist, als die eines Urlaubsparadieses.

    foto: reuters/ashwa faheem
    Ibrahim Mohamed Solih nach seinem überraschenden Sieg bei den Präsidentschaftswahlen

    1. Viel unbewohntes Land

    Die Malediven bestehen aus rund 1.200 Inseln. In mehreren Inselgruppen bilden sie eine Kette im Indischen Ozean. Die Malediven liegen südwestlich von Indien und erstrecken sich über 871 Kilometer. Nur 220 der Inseln werden von Einheimischen bewohnt, 87 weitere werden ausschließlich zu touristischen Zwecken genutzt.

    2. Keine Religionsfreiheit

    Auch wenn man auf einigen der zahlreichen Inseln praktisch nur in Badekleidung und barfuß herumläuft, die Malediven sind ein streng muslimisches Land, Religionsfreiheit gibt es quasi nicht. Alkohol ist ebenso untersagt wie Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit. Homosexualität wird hart verfolgt. Ein Skulpturengarten vor der Küste der Malediven – erst im Sommer eröffnet – wurde von der Regierung Yameens im Zuge des Wahlkampfes teilweise zerstört. Die Unterwasserskulpturen seien zu "unislamisch" und somit Gotteslästerung.

    foto: apa/afp/maldives police/handout
    Eine Skulptur des Künstlers Jason deCaires Taylor in der Nähe eines maledivischen Ressorts wird zerstört. Dieses Foto wurde von der maledivischen Polizei auf Twitter veröffentlicht

    3. Ausnahme Tourismus

    Auf jenen Inseln, die zur Gänze touristisch genutzt werden, herrschen andere Regeln. Diese Ressortinseln sind das, was Touristen als Urlaubsparadies kennen: Weiße Sandstrände, schwimmen mit Delfinen und luxuriöse Hotels. Würden auf den Urlaubsinseln auch streng islamische Vorschriften gelten, würden die Malediven ihre wichtigste Einnahmequelle verlieren: Den Tourismus. Die Malediven gelten mit ihren Korallenriffs und einer bunten, lebendigen Unterwasserwelt als Hotspot für Taucher.

    4. Kleine große Hauptstadt

    Rund ein Drittel der Bewohner der Malediven lebt in der Hauptstadt Malé. Sie ist nicht nur eine der flächenmäßig kleinsten Hauptstädte der Welt, sondern auch extrem dicht besiedelt. Auf nur 6 km² leben rund 154.000 Menschen. Das sind ca. 25.000 Menschen pro km², fünf Mal mehr als in Wien. Seit Februar herrscht auf der Insel Ausnahmezustand, von Reisen nach Malé wird dringend abgeraten.

    foto: imago/stock&people
    Malé, die winzige Hauptstadt der Malediven

    5. Flachstes Land der Welt

    Der Inselstaat im Indischen Ozean ist extrem flach. Im Durchschnitt liegen die Inseln gerade mal einen Meter über dem Meeresspiegel, Erhöhungen gibt es kaum. Das ist aber ein enormes Risiko, denn viele der maledivischen Inseln drohen aufgrund des Klimawandels im Meer zu versinken. Der Meeresspiegel steigt und durch konstant wärmer werdende Wassertemperatur sterben die Korallenriffe ab, die die Grundlage für die Inseln im Meer bilden. (lici, 27.9.2018)

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