Klaus Mühlbauer: "Zigarettendose dient als Mahnmal"

    Kolumne22. Oktober 2018, 17:25
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    Michael Hausenblas fragt den Hutmacher und Modisten nach seiner leeren Zigarettendose

    "Ich habe mir diese Zigarettendose vor vielen Jahren in einer Tabaktrafik am Floridsdorfer Spitz gekauft. Ich war 18, hatte gerade maturiert und gleich mit dem Rauchen angefangen. Die Dose war dann lange Zeit in Verwendung, bevor sie irgendwann plötzlich verschwand.

    Vor ein paar Jahren habe ich sie beim Aufräumen wiedergefunden und sie sogleich wieder 'in Dienst gestellt'. Der Zeitpunkt war perfekt, denn damals tauchten diese 'netten' Bilder auf den Tschickpackerln auf.

    Vergangenen August beschloss ich, mit dem Rauchen aufzuhören. Ob für immer, weiß ich noch nicht. Die Zigarettendose bleibt jedenfalls weiter in Verwendung. Ich trage sie im Hosensack, und einstweilen ist sie nur mit Luft befüllt.

    Bisher fand ich noch nichts, was sich eignen würde, dem Lustgewinn Zigarette ein ebenbürtiger Ersatz zu sein. Aber Luft ist vielleicht eh nicht schlecht. So dient die Sache irgendwie als Mahnmal. Manchmal fummle ich an dem Döschen herum, um meine Entzugserscheinungen in Schach zu halten." (Michael Hausenblas, RONDO, 22.2018)

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    Klaus Mühlbauer ist Hutmacher und Modist und leitet die 1903 gegründete Hutmanufaktur Mühlbauer in Wien.

    • Klaus Mühlbauer: "Manchmal fummle ich an dem Döschen herum, um meine Entzugserscheinungen in Schach zu halten."
      foto: nathan murrell

      Klaus Mühlbauer: "Manchmal fummle ich an dem Döschen herum, um meine Entzugserscheinungen in Schach zu halten."

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