Trump bestellt US-Vizejustizminister Rosenstein ein

    24. September 2018, 21:57
    93 Postings

    Rod Rosenstein beaufsichtigt die FBI-Ermittlungen zur möglichen Einmischung Russlands in die US-Präsidentenwahl

    Washington – US-Präsident Donald Trump wird am Donnerstag mit dem stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein zusammentreffen, um nach den jüngsten Presseberichten mit ihm über dessen politische Zukunft zu sprechen. "Wir werden feststellen, was Sache ist", sagte Trump am Montag. "Wir wollen Transparenz und Offenheit." Auf Bitten von Rosenstein habe es bereits eine ausführliche Unterredung mit Trump gegeben, teilte eine Sprecherin des Präsidialamts mit. Zuvor hatten Meldungen über Rosensteins angeblichen Rücktritt für Aufregung in den Medien und an der Börse gesorgt.

    Die Nachrichtenseite "Axios" hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass Rosenstein seinen Rücktritt erklärt habe, um einem Rauswurf zuvorzukommen. Später meldeten der Sender NBC und das "Wall Street Journal", dass Rosenstein nicht zurückgetreten sei. Ein Insider bestätigte das der Nachrichtenagentur Reuters. Er sagte allerdings auch, dass Rosenstein am Wochenende überlegt habe, ob er nach dem Bericht der "New York Times" vom Freitag sein Amt aufgeben sollte.

    Rosenstein hat die Aufsicht über die Ermittlungen des FBI, bei denen es um eine mutmaßliche Einmischung Russlands in die Präsidentenwahl 2016 zugunsten Trumps und eine Verwicklung von dessen Wahlkampfteam geht. Am Freitag hatte die "New York Times" berichtet, dass Rosenstein im vergangenen Jahr eine Abhöraktion bei Trump angeregt habe.

    Ziel des Vorschlags sei es gewesen, den Präsidenten aus dem Amt zu drängen. Rosenstein habe bei Mitarbeitern seines Ministeriums und der Bundespolizei FBI im Frühjahr 2017 vorgeschlagen, dass sie Gespräche mit Trump heimlich aufnehmen sollten, um die chaotischen Zustände in der Regierung zu dokumentieren. Außerdem habe er Überlegungen angestellt, welche Regierungsmitglieder dafür zu gewinnen wären, Trumps Amtsunfähigkeit festzustellen.

    "Ungenau und sachlich falsch"

    Rosenstein wies den Bericht umgehend als "ungenau und sachlich falsch" zurück. Er basiere offenbar auf Informationen von Personen, die ihre eigenen politischen Ziele vorantreiben wollten. Die "New York Times" berief sich in ihrem Bericht auf Personen, die über die Vorgänge unterrichtet oder über Mitschriften informiert worden seien.

    Trump reagierte zunächst in einer Rede auf einer Wahlkampfveranstaltung eines republikanischen Parteifreunds im Bundesstaat Missouri und spielte dabei auf seine seit längerem anhaltenden Konflikte mit führenden Vertretern des Justizministeriums an. "Schau dir nur an, was in unserem Justizministerium enthüllt wird", sagte er. "Wir haben großartige Leute im Justizministerium. ... Aber du hast ein paar wirklich schlechte. Du hast gesehen, was beim FBI passiert ist. Sie sind alle weg", sagte er. "Aber es gibt einen anhaltenden Gestank, und den werden wir auch los." (Reuters, 24.9.2018)

    • US-Vizejustizminister Rod Rosenstein wartet auf eine Entscheidung von Donald Trump.
      foto: reuters/leah millis

      US-Vizejustizminister Rod Rosenstein wartet auf eine Entscheidung von Donald Trump.

    Share if you care.