Kurz und Strache wünschen "spürbaren" Lohnanstieg

    Video22. September 2018, 13:16
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    Regierung gibt Sozialpartnern Empfehlungen für die Kollektivvertragsverhandlungen mit auf den Weg

    Wien – Die Sozialpartner sollen "sicherstellen, dass die Arbeitnehmer von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in unserem Land profitieren", wünschen sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) in einer gemeinsamen Stellungnahme zum Auftakt der Kollektivvertragsverhandlungen. In einem ungewöhnlichen Schritt "appelliert" die Regierungsspitze an "die Sozialpartner", dass "sich in den Gehaltsabschlüssen die positive Entwicklung im Land und die gute Stimmung für die Wirtschaft und den Standort spürbar wiederfinden soll".

    Auch wenn es "gute Tradition in Österreich" sei, dass die Sozialpartner die Lohnverhandlungen führen, "sieht es die Bundesregierung dennoch in ihrer Verantwortung, den Aufruf an alle Verhandlungspartner zu richten", heißt es in der Stellungnahme.

    Sozialpartner am Zug

    Durchgängig adressiert die Regierungsspitze die Sozialpartner gemeinsam, bei den Gewerkschaften dürfte sie mit ihrer Position aber wohl offene Türen einrennen. Die Regierung habe mit der Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages für kleine und mittlere Einkommen, dem Familienbonus und standortfördernden Maßnahmen "erste spürbare Maßnahmen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Wirtschaft gesetzt, ... weitere werden folgen", nun seien aber "in einem zweiten Schritt die Sozialpartner am Zug, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch stärker am Erfolg unseres Landes teilhaben zu lassen", heißt es weiter.

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    In Österreich habe es in den vergangenen Jahren einen Reallohnverlust gegeben, diese Tendenz müsse beendet werden mit einem "guten Gehaltsabschluss jedenfalls klar über der Inflation". Ausdrücklich weist die Regierung darauf hin, dass die Haushaltseinkommen in der EU seit 2001 jährlich um durchschnittlich 1,077 Prozent gewachsen seien, in Österreich aber mit 0,56 Prozent praktisch nur halb so stark. Zwischen 2010 und 2016 sei in Summe der Reallohn in Österreich zurückgegangen, einzig 2012 und 2016 habe es Zuwächse gegeben. Kurz fordert, dass die Österreicher und Österreicherinnen "Österreichs positive Entwicklung nicht nur in Rankings sondern besonders auf ihrem Gehaltszettel spüren". Strache meint, "alle sollen am Aufschwung fair profitieren". Es solle nicht nur die Steuerlast sinken, sondern "es sollen auch die Löhne wieder steigen. Die ständigen Reallohnverluste des letzten Jahrzehnts unter SPÖ-Kanzlern müssten in Zeiten einer florierenden Wirtschaft ein Ende haben.

    "Nicht für dumm verkaufen"

    Der Sozialsprecher der SPÖ reagierte verärgert auf das Ansinnen. An den Gewerkschaften würden höhere Löhne sicher nicht scheitern, hielt Josef Muchitsch in einer Aussendung fest. Und folgerte: "Verkaufen Sie die Beschäftigten nicht für dumm und richten sie die Botschaft unter anderem an die Auftraggeber des neuen Arbeitszeitgesetzes, das den Menschen Gesundheit, Zeit und Geld nimmt, nämlich an die Arbeitgeberverbände und die Industriellenvereinigung." (APA, 229.2018)

    • Kanzler Sebastian Kurz und sein Vize Heinz Christian Strache nehmen die Sozialpartner in die Pflicht: Es soll nicht nur die Steuerlast sinken, auch die Löhne sollen steigen.
      foto: apa/jäger

      Kanzler Sebastian Kurz und sein Vize Heinz Christian Strache nehmen die Sozialpartner in die Pflicht: Es soll nicht nur die Steuerlast sinken, auch die Löhne sollen steigen.

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