Verkauf der Wiener Privatbank soll vor dem Aus stehen

22. September 2018, 09:00
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Die Arca-Gruppe als potenzieller Käufer dürfte Bedenken der Aufsicht nicht ausgeräumt haben

Wien – Das Vorhaben der slowakischen Arca Capital, die Wiener Privatbank zu kaufen, gestaltet sich ziemlich schwierig. Seit Monaten läuft das Eigentümerkontrollverfahren, in dem die Aufsichtsbehörden prüfen, ob die potenziellen Eigentümer "fit and proper" sind. Und so, wie es derzeit aussieht, dürften die Aufseher dem Deal ihren Sanktus verweigern. Das hat der STANDARD aus Investorenkreisen erfahren.

Die endgültige Entscheidung soll Anfang Oktober fallen, zuständig sind die Aufseher in der Europäischen Zentralbank (EZB), österreichische FMA und Nationalbank bereiten die Entscheidung quasi vor.

FMA lehnt ab

Das derzeit laufende Verfahren stellt schon den zweiten Anlauf der Slowaken dar: Ihr erster Antrag wurde von der FMA aus formalen Gründen abgelehnt, im Frühling haben sie den zweiten eingebracht. Hintergrund dafür: Der damalige Eigentümer der Arca Holding (steht über der Arca Capital), Milliardär Pavel Krúpa, steht im Visier der tschechischen und slowakischen Behörden. Also wurde der Deal umstrukturiert, Krúpa verließ die Holding.

Die Mehrheit der Anteile ging in der Folge an Rastislav Velic, der sich im Rahmen des zweiten Antrags der Slowaken dem Eigentümerkontrollverfahren stellen muss. In diesem Verfahren prüft die Behörde, ob der potenzielle Erwerber in rechtlicher Hinsicht als Eigentümer taugt, zudem wird die Herkunft des Kapitals für den Kauf und die Finanzkraft für etwaige Kapitaleinschüsse geprüft. Im konkreten Fall geht es um 36,85 Millionen Euro, die Arca den Mehrheitsaktionären der Wiener Privatbank, Günter Kerbler und Johannes Kowar, für ihren Anteile hinlegen will. 19 Prozent des börsennotierten Instituts mit einer Bilanzsumme von zuletzt rund 453 Mio. Euro stehen in Streubesitz.

Ein Geschenk

Angeblich haben die Aufseher beim neuen Arca-Mehrheitseigner hinterfragt, wie er das Geld für seinen Arca-Einstieg aufgestellt hat, denn seine Vermögensverhältnisse sollen so berauschend nicht sein. Die Anteile seien ihm von seinen Vorgängern geschenkt worden, heißt es in Kapitalmarktkreisen – notabene – gerüchtehalber.

Offizielle Auskünfte gibt es zum Thema Bankverkauf nicht. Die FMA "gibt zu laufenden Verfahren keinen Kommentar ab", wie ihr Sprecher Klaus Grubelnik auf Anfrage sagte. Und auch Bankeigner Kerbler war zu keiner Stellungnahme bereit. (Renate Graber, 22.9.2018)

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