IT-Ausstattung an Schulen: Rechnungshof sieht Nachholbedarf

    21. September 2018, 13:35
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    Anzahl der Schüler pro Computer an Bundesschulen sank im Prüfzeitraum leicht

    Der vom Bildungsministerium im Zuge der Pläne zum "Masterplan Digitalisierung" geortete "teils erhebliche Nachholbedarf" bei der IT-Ausstattung von Schulen lässt sich auch aus einem am Freitag veröffentlichten Rechnungshofbericht ablesen. So sank die Anzahl der Schüler pro Computer an Bundesschulen im Prüfzeitraum nur langsam. Zwischen Schulformen und Bundesländern gibt es teilweise Unterschiede.

    Im Zuge der Überprüfung im Zeitraum zwischen den Schuljahren 2011/12 bis 2015/16 erhob der Rechnungshof (RH), inwiefern die Betreuung der IT an Österreichs Schulen die Unterrichtstätigkeit von Lehrern beeinträchtigt. Überdies lag der Fokus auf den digitalen Kompetenzen der Schülern und der grundsätzlichen IT-Ausstattung an den Schulstandorten.

    foto: apa/rechnungshof
    So viele Schüler kommen jeweils auf einen Computer.

    Nur leichte Verbesserungen

    Im Bereich der Bundesschulen weist der Bericht eine leichte Abnahme der durchschnittlichen Schüleranzahl pro PC aus: So ging diese von 2011/12 bis 2015/16 an den AHS von 6,3 auf 5,4 zurück, an technischen und gewerblichen Schulen sank sie von 3 auf 2,7, an kaufmännischen Schulen gab es eine Reduktion von 2,7 auf 2,1 und an humanberuflichen Schulen verzeichnete man eine Abnahme von 3,7 auf 2,9 Geräte pro Schüler.

    Im Bereich der allgemeinbildenden Pflichtschulen, die in die Zuständigkeit der Länder fallen, listet der Bericht nur Zahlen für das Schuljahr 2015/16 auf. Während sich an Polytechnischen Schulen und Sonderschulen im Schnitt 2,1 bzw. 2,6 Kinder und Jugendliche einen PC "teilen", sind es an den Neuen Mittelschulen (NMS) österreichweit 3,6. Deutlich am wenigsten Computer stehen demzufolge Wiener NMS-Schülern zur Verfügung (9,2 Schüler pro PC).

    An Volksschulen liegt der österreichweite Schnitt mit 6,8 Kindern pro Gerät über jenem anderer Schulformen. Auch hier ist diese "Teilungszahl" in Wien am höchsten (9,9), gefolgt von Kärnten (9). Anteilsmäßig die meisten PCs stehen an burgenländischen und Tiroler Volksschulen: Im Burgenland kommen 4,6 Kinder auf ein Gerät, in Tirol sind es genau 4.

    Große Unterschiede

    "Gesamthafte Aussagen über die Qualität der IT-Ausstattung der Schulen" waren laut RH "nicht möglich. Im Rahmen der Gebarungsüberprüfung stellte der RH eine große qualitative und quantitative Heterogenität bei der IT-Ausstattung der einzelnen besichtigten Schulen fest". Auch über die Internet-Anbindung der heimischen Schulen konnte man sich "keinen gesamthaften Überblick" verschaffen. Internationale Studien hätten Österreich zwar insgesamt einen guten IT-Ausstattungsstand bescheinigt, "allerdings war rund die Hälfte der PC älter als vier Jahre", heißt es weiter.

    Mit der insgesamt zunehmenden IT-Ausstattung der Schulen "stiegen die Komplexität und die technischen Anforderungen, womit vermehrter Betreuungsaufwand einherging". An Bundesschulen ging die Anzahl der Lehrer aber zurück, die mit der Betreuung der IT betraut waren. Zurückzuführen ist das auf die 2014/15 eingeführte "IT-Betreuung NEU", im Rahmen derer ausgebildetes Verwaltungspersonal im Umfang von österreichweit 128 Planstellen diese Aufgaben übernahm.

    Die Anzahl der Pädagogen in der IT-Betreuung an Bundesschulen ging vom Schuljahr 2014/15 auf 2015/16 von 273 auf 216,4 (in Vollzeitäquivalenten) zurück, was auch Einsparungen mit sich brachte. Nicht so an den berufs- und allgemeinbildenden Pflichtschulen, wo sich im Untersuchungszeitraum jeweils ein leichter Anstieg um 5,6 bzw. 0,8 Prozent ergab.

    Österreich nicht bei OECD-Vergleich dabei

    Da Österreich an einer erstmals im Jahr 2013 durchgeführten OECD-Vergleichsstudie nicht teilgenommen hat, "gab es keine fundierte Einschätzung zur Situation der digitalen Kompetenz an Österreichs Schulen", wie der RH festhält. Mit Ausnahme der Lehrpläne an den NMS schaffte es das Bildungsministerium "bis Ende 2016 nicht, digitale Kompetenz im Rahmen der curricularen Weiterentwicklung im Reigen der Unterrichtsfächer zu positionieren", monieren die Prüfer, die auch zu einem stärkeren Fokus auf digitale Kompetenzen in der Lehrerausbildung raten. (APA, 21.09.2018)

    • Österreichs Schulen haben Nachholbedarf in Sachen IT-Equipment.
      foto: afp

      Österreichs Schulen haben Nachholbedarf in Sachen IT-Equipment.

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