Ende der weltweiten Tuberkulose-Epidemie laut WHO nicht in Sicht

    21. September 2018, 10:08
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    1,6 Millionen Menschen starben 2017 an Tuberkulose, der Erreger wird zunehmend resistent gegen Antibiotika

    Vergangene Woche hat die WHO in New York ihren neuen Tuberkulosebericht präsentiert. Demnach forderte die Krankheit 2017 weltweit 1,6 Millionen Todesopfer. Besiegt sie die TB noch lange nicht, so die Weltgesundheitsorganisation. Die Erkrankung soll bis 2030 aber unter Kontrolle sein.

    "Um das Ziel zu erreichen, müssen die Mitgliedsländer ihre Anstrengungen dringend verstärken. Das umfasst auch die Finanzierung der Bekämpfungsmaßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene", heißt es in dem Bericht.

    Seit der Jahrtausendwende sind 54 Millionen Menschen an Tuberkulose gestorben. 2017 waren es noch 1,6 Millionen Opfer. Neu an TB erkrankten in diesem einen Jahr rund zehn Millionen Menschen. Weltweit fällt die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr um zwei Prozent. Schneller war das in Europa mit minus fünf Prozent und in Afrika mit minus vier Prozent in den Jahren 2013 bis 2017 der Fall.

    Resistente TB-Form

    Ein Problem liegt darin, dass etwa 3,6 Millionen der weltweit insgesamt rund zehn Millionen Neuerkrankungen im Jahr 2017 nicht diagnostiziert wurden und die Betroffenen somit nicht in Behandlung kommen konnten. Das fördert die Zahl der Neuansteckungen. "Zehn Staaten sind für 80 Prozent dieses Unterschieds (zwischen der Zahl der Neuerkrankungen und der Diagnosen) verantwortlich. An der Spitze stehen Indien, Indonesien und Nigeria", so die WHO.

    Besonders gefährlich: 2017 erkrankten weltweit geschätzte 558.000 Menschen an einer Form der TB, die zumindest gegen Rifampicin resistent ist. Die meisten von ihnen hatten eine multiresistente Tuberkulose (MDR-TB), die mit der gängigen Kombinationstherapie von Rifampicin und Isozianid nicht ausgeheilt werden kann.

    Tuberkulose vor Aids

    Vor allem falsch und zu kurz behandelte Tuberkulose führt zum Entstehen von resistenten bzw. multiresistenten Erregern. Eine Übersichtsarbeit mit den Daten von 50 wissenschaftlichen Studien aus 25 Staaten und mit 12.030 Patienten ist erst vor wenigen Tagen in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" erschienen. Nur 61 Prozent der Patienten konnten ausgeheilt werden. Acht Prozent hatten einen Rückfall. 14 Prozent der MDR-TB-Erkrankten starben. Signifikant besser als andere Behandlungsvarianten war die Therapie mit Substanzen wie Linezolid, Bedaquiline sowie den Gyrasehemmern Levolfloxacin und Moxifloxacin.

    Mit 1,6 Millionen Toten im Jahr 2017 ist Tuberkulose weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. An den Folgen von Aids starben nach UN-Angaben im selben Jahr rund 940.000 Menschen.

    In Österreich sind laut dem Gesundheitsministerium im Jahr 2017 exakt 571 Neudiagnosen wegen Tuberkulose gestellt worden. Es gab 41 Todesfälle. Im Jahr zuvor waren es laut Statistik 635 Erkrankungen bei 39 Toten. (APA, 21.9.2018)

    • Tuberkulose ist weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt.
      foto: apa/rki/rki/gudrun holland

      Tuberkulose ist weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt.

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