Umfrage: AfD vor SPD zweitstärkste Kraft

    21. September 2018, 05:44
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    Die CDU/CSU erreicht einen historisch schlechten Wert, Innenminister Seehofer wird immer unpopulärer

    Berlin – Die große Koalition in Deutschland rutscht in den Umfragewerten immer tiefer. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen Union und Sozialdemokraten zusammen nur noch auf 45 Prozent der Stimmen, wie aus dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend hervorgeht. Zwar wäre die Union mit ziemlichen Verlusten immer noch stärkste Kraft, doch käme die AfD bereits auf den zweiten Platz.

    Auch das Umfrageinstitut Insa hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach ähnliche Werte ermittelt. Dieses steht zwar wegen angeblicher Nähe zur AfD Thüringen in der Kritik, hat in der Vergangenheit aber immer wieder relativ treffsichere Prognosen geliefert. Andere Umfragen sahen zuletzt freilich die SPD deutlich vor der AfD. Es ist also möglich, dass die Umfragen von Infratest und Insa, deren knapper Abstand zwischen den beiden Parteien innerhalb der Messunschärfe liegt, die Reihung nicht korrekt abbilden.

    Seehofer rutscht in Umfrage ab

    Nach der aktuellen Sonntagsfrage von Infratest Dimap würde die Union mit 28 Prozent das schlechteste Ergebnis seit Einführung des Deutschlandtrends 1997 einfahren, Koalitionspartner SPD wäre mit 17 Prozent nur drittstärkste Kraft. Für die AfD schlugen 18 Prozent zu Buche, Grüne kämen auf 15, die Linke auf zehn und die Liberalen auf neun Prozent.

    Angesichts der aktuellen Politik rutscht Innenminister Horst Seehofer (CSU) in den Zustimmungswerten immer weiter ab. Nur 28 Prozent halten ihn für eine gute Besetzung, nach 39 Prozent im April. Auch innerhalb der Union sinkt Seehofers Popularität: Hatten ihn im April noch 45 Prozent der CDU/CSU-Parteianhänger für den richtigen Mann an der Spitze des Innenressorts gehalten, waren es aktuell nur noch 31 Prozent.

    Affäre um Maaßen

    Hintergrund ist die Debatte um den abgesetzten Chef des deutschen Bundes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen. Die SPD hatte seit Wochen wegen dessen mutmaßlicher Näher zu rechten Gruppierungen seine Ablöse verlangt. Innenminister Seehofer hatte sich dem entgegengestellt. Die Koalition einigte sich in der Nacht auf Mittwoch auf einen vielkritisierten Kompromiss: Maaßen wird als Verfassungsschutz-Chef ausgetauscht, steigt dafür aber zum Staatssekretär im Innenamt auf.

    Laut dem Institut Civey sind übrigens eine Merheit der Deutschen insgesamt für ein Ende der Großen Koalition. 56 Prozent der Befragten befürworteten in einer Befragung den Austritt der SPD aus der Regierung. Laut Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung finden nur neun Prozent Deutsche die Beförderung Maaßens zum Staatssekretär richtig. 57 Prozent meinen, Maaßen sollte weder Staatssekretär werden noch Verfassungsschutzchef bleiben. 18 Prozent finden, er sollte oberster Verfassungsschützer bleiben. (red, bau, APA, dpa, 21.9.2018)

    • Die AfD sieht sich im Aufwind.
      foto: reuters / andreas gebert

      Die AfD sieht sich im Aufwind.

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