Salzburg siegt bei Stallduell in Leipzig 3:2

    20. September 2018, 23:15
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    Der eingewechselte Gulbrandsen wurde zum Matchwinner, nachdem Salzburg eine 2:0-Führung verspielt hatte

    Leipzig – Red Bulls Marketingabteilung, also gefühlt der ganze Betrieb, darf sich nicht beschweren. Obwohl in der Europa-League-Gruppe B gemäß dem sponsorennamenfeindlichen Uefa-Regulativ RB Leipzig gegen FC Salzburg antrat, war Getränkepublicity dank Termini wie "El Dosico" und "Dosenduell" gewiss.

    Dass ein RB-Team gewinnt, war statistisch wahrscheinlich, nur ein Unentschieden hätte dies verhindert. Leipzig gab den Gastgeber, Salzburg gab den Gast. Es war eine amikale Angelegenheit, die Leipzig-Fans klatschten beim Salzburger Rainermarsch mit.

    Bis zum Anpfiff. Dann gab es Vollgasfußball, wie man ihn von beiden Teams kennt. Chancen da, Chancen dort, Tor Salzburg, Tor Dabbur. Der Stürmer jubelte nach einem fahrlässigen Ilsanker-Rückpass (20.). Salzburg hatte Lust, von wegen kleiner Bruder, von wegen Ausbildungsverein: Wolf setzte Ulmer ein, der spielte zur Mitte, Haidara dankte. 2:0 (22.).

    Da Leipzig nur mehr hin und wieder gefährlich wurde, griff Rangnick in der Pause zur Streitaxt des Trainers, wechselte dreimal. Das änderte wenig, Dabbur traf die Stange (55.), Wolf schoss vorbei (65.). Als die Leipziger bei Rückpässen schon von ihren eigenen Fans ausgepfiffen wurden, verschenkte Ulmer einen Ball an Laimer, der traf zum 1:2, das erste Tor eines Österreichers (65.).

    Salzburg gierte weiter, Leipzig nun aber auch. Minute 82: Poulsen, ein Drittel der Pausenstreitaxt, köpfelt das 2:2. Egal, Minute 89: Gulbrandsen verwertet einen Traumassist von Wolf platziert ins lange Eck, das 3:2 für Salzburg, der Endstand.

    Celtic Glasgow gewann das Parallelspiel gegen Rosenborg Trondheim mit 1:0, am 4. Oktober gastieren die Schotten in der Mozartstadt. (schau, 20.9.2018)

    Stimmen:

    Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Wir haben hoch gepresst und Fehler erzwungen. Wir haben beim 1:0 einen kurzen Weg zum Tor gehabt. Auch das 2:0 haben wir sehr gut ausgespielt. Wir wussten, dass Leipzig vorwärts verteidigt und wir Möglichkeiten haben, hinter ihre letzte Linie zu kommen. Ich glaube, wir haben uns gegenseitig nicht überrascht. Es war ein Kampf um Pressingräume. Wir wollten es heute versuchen, intensiver zu machen als sie, und das haben die Jungs gut umgesetzt. Wir machen es dann noch mal spannend, das passiert. Unter dem Strich ist das mit dem Sieg ein toller Lerneffekt für uns. Wir haben uns vorgenommen, eine anderer Körpersprache zu zeigen, wenn Rückschläge kommen. Die Jungs dürfen das genießen, weil es ein besonderer Sieg für uns ist."

    Fredrik Gulbrandsen (Siegestorschütze): "Ich bin sprachlos. Es ist ein wirklich guter Start. Wenn man ein 2:0 verspielt, ist es umso schöner, noch das dritte Tor zu schießen. Als ich reinkam, habe ich einfach versucht, meine Geschwindigkeit auszuspielen. Hannes (Wolf) hat mich wie schon am Wochenende gesehen. Ich bin froh, dass es wieder funktioniert hat."

    Hannes Wolf (Salzburg-Assistgeber): "Es ist überragend. Wir haben alles richtig gemacht und sind 2:0 in Führung gegangen. Nach dem 1:2 sind wir ein bisschen aus dem Tritt gekommen. Nach dem 2:2 haben wir wieder gespielt wie erste Hälfte. Ich denke, wir gehen verdient als Sieger vom Platz. Ich denke, das macht uns aus. Das war eine harte Zeit für uns (Aus im Champions-League-Playoff, Anm.). Es gibt niemanden, der heute nicht am Maximum war, aber das braucht es auch, um bei Leipzig zu bestehen."

    Konrad Laimer (Leipzig-Torschütze): "Wir haben die ersten 45 Minuten komplett verschlafen, das war fast schon ein Skandal. Wir haben keine Lösungen nach vorne gehabt und keine fünf Pässe hintereinander zusammengebracht. Wir sind in der zweiten Hälfte besser rausgekommen. Wir haben mit allem, was wir hatten, versucht zurückzukommen. Dann bekommen wir ein blödes 2:3, das unter dem Strich aber verdient war. Es bringt mir nichts, wenn ich treffe und wir verlieren. Wir haben gewusst, dass sie sehr motiviert sind. Das hat man bei uns nicht so gesehen wie bei Salzburg."

    Marcel Sabitzer (Leipzig-Offensivspieler): "Wir haben in der ersten Halbzeit alles vermissen lassen. Bei uns hat teilweise die Einstellung gefehlt."

    Europa League, Gruppe B, 1. Runde, Donnerstag

    RB Leipzig – Red Bull Salzburg 2:3 (0:2)
    Red-Bull-Arena, 24.057 Zuschauer, SR Andreas Ekberg (SWE)

    Torfolge:
    0:1 (20.) Dabbur
    0:2 (22.) Haidara
    1:2 (70.) Laimer
    2:2 (82.) Poulsen
    2:3 (89.) Gulbrandsen

    Leipzig: Mvogo – Laimer, Upamecano, Konate, Mukiele (46. Halstenberg) – Kampl, Ilsanker, Cunha, Sabitzer – Augustin (46. Poulsen), Bruma (46. Demme)

    Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Haidara, Samassekou, H. Wolf, X. Schlager (86. Junuzovic) – Yabo (71. Minamino), Dabbur (83. Gulbrandsen)

    Gelbe Karten: Poulsen bzw. Schlager, Haidara, Pongracic

    • Die besseren Bullen ...
      foto: imago

      Die besseren Bullen ...

    • ... kommen aus Salzburg.
      foto: imago

      ... kommen aus Salzburg.

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