Nur drei Kartelle kontrollieren den Großteil des Elfenbeinhandels

    22. September 2018, 16:18
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    DNA-Analysen von Elfenbein aus weltweit beschlagnahmten Sendungen zeigen, dass die meisten Stoßzähne in drei afrikanischen Häfen verschifft wurden

    Zwischen 2006 und 2015 ist die Zahl der Elefanten in Afrika nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) um 111.000 gesunken – primär durch Wilderei. Schätzungen zufolge gibt es in Afrika heute noch gut 415.000 Elefanten, die meisten davon im südlichen Teil des Kontinents. In Asien leben rund 50.000 Elefanten.

    Obwohl der Handel mit Elfenbein seit 1989 verboten ist, blüht das Geschäft nach wie vor: Schätzungen zufolge fallen jährlich rund 44.000 Elefanten Wilderern zum Opfer. Nun berichten Forscher der University of Washington, dass drei Kartelle in Afrika für einen Großteil des weltweiten illegalen Elfenbeinhandels verantwortlich sind. Die Kartelle exportieren das Elfenbein gewilderter Elefanten vor allem aus Mombasa in Kenia, Entebbe in Uganda und Lome in Togo in alle Welt, wie Samuel Wasser und Kollegen im Fachblatt "Science Advances" schreiben.

    Getrennte Sendungen

    Die Wissenschafter analysierten die DNA von Elfenbein in 38 großen Elfenbeinsendungen, die zwischen 2006 und 2015 in unterschiedlichen Ländern der Welt beschlagnahmt wurden. Das Ergebnis zeigte, dass Elfenbein von einem Tier oftmals in mehreren unterschiedlichen Sendungen transportiert wird. So konnten die Forscher auch feststellen, dass die meisten großen illegalen Elfenbein-Sendungen zwischen 2011 und 2014 von nur drei Gruppen aus drei großen Häfen verschifft wurden.

    Bei der Untersuchung großer Elfenbeinsendungen gingen Wasser und Kollegen systematisch vor: "Wir haben weder die Zeit noch das Geld, um die DNA jedes einzelnen Stoßzahns aus einer Lieferung zu extrahieren – daher haben wir sie zunächst einmal nach Größe, Farbe und Gaumenlinie sortiert", sagte Wasser. Ließen sich auf diese Weise Stoßzahnpaare eindeutig identifizieren, wurde nur einer genetisch analysiert. Allerdings stellte sich heraus, dass sich häufig nur ein einzelner Zahn eines Tieres in einer beschlagnahmten Sendung befindet.

    Kampf gegen Wilderei

    Insgesamt zeigen sich die Forscher überzeugt, dass diese Vorgehensweise ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Wilderei darstellt: "DNA-Tests können Verbindungen zwischen Beschlagnahmungen enthüllen, die ansonsten nur als isolierte Ereignisse betrachtet würden", sagte Wasser. "Die genetische Analyse ist ein Ermittlungswerkzeug, das den Behörden helfen kann, diese Netzwerke aufzudecken und Beweismittel zu sammeln und zusammenzuführen", so der Wissenschafter. Auf diese Weise, so hoffen die Forscher, könnte strafrechtlich gegen die drei großen Kartelle vorgegangen werden. (red, APA, 22.9.2018)

    • Diese Stoßzähne wurden 2015 in Singapur beschlagnahmt und von den Forschern um Samuel Wasser untersucht.
      foto: center for conservation biology/university of washington

      Diese Stoßzähne wurden 2015 in Singapur beschlagnahmt und von den Forschern um Samuel Wasser untersucht.

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