Schule und Islam: Soforthilfetrupps für Lehrkräfte in Notlagen

    20. September 2018, 14:37
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    Bürgermeister Ludwig und Stadtrat Czernohorszky präsentierten ein Maßnahmenpaket. Es gebe "klare Konsequenzen bei Fehlverhalten", aber keine finanziellen Sanktionen

    Wien – Am Mittwoch traf der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky die Lehrerin Susanne Wiesinger zu einem Gespräch. Wiesinger hat in ihrem Buch Kulturkampf im Klassenzimmer die Integrationsprobleme in Wiener Schulen sowie den Druck auf Lehrkräfte thematisiert und eine breite politische Debatte angestoßen. Am Donnerstag präsentierten Czernohorszky und Bürgermeister Michael Ludwig (beide SPÖ) ein Maßnahmenpaket, das Lehrkräften vor allem in Brennpunktschulen helfen soll.

    So soll ein Soforthilfetelefon eingerichtet werden, an das sich Lehrerinnen und Lehrer direkt – ohne Einhaltung des Dienstwegs – wenden können. Angesiedelt ist dieses bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft, später soll daraus eine Stabsstelle beim Stadtschulrat werden. Auch Schüler sollen bei Problemen anrufen können. Wenn die Lehrkraft den Eindruck hat, dass das akute Problem in der Schule durch telefonische Ratschläge nicht gelöst wird, kann laut Ludwig ein Soforthilfetrupp eingesetzt werden. Dieser soll nicht nur aus Schulsozialarbeitern und -psychologen sowie Beratungslehrern bestehen, sondern auch aus Grätzelpolizisten. Wenn Gewalt in der Schule und im Elternhaus auffällig wird, soll diese Gruppe auch Krisenintervention betreiben.

    Details, wie viele Trupps es geben wird, nannte Ludwig noch nicht. Czernohorszky verwies darauf, dass sich die Situation in Wiener Schulen verschärft habe: So gebe es nach den Kürzungen des Bundes heuer 41 Sozialarbeiter und 300 Lehrer weniger. Ludwig sprach sich für eine Aufstockung aus, an der sich auch der Bund zur Hälfte beteiligen müsse.

    "Klare Konsequenzen" bei Fehlverhalten

    Bei Fehlverhalten in der Schule soll es "klare Konsequenzen" geben, sagte Ludwig. Welche konkret, blieb offen. Finanzielle Sanktionen – wie die von der ÖVP ins Spiel gebrachte Einfrierung der Familienbeihilfe, wenn etwa Elterngespräche verweigert werden – schloss Ludwig aus. Auch die Suspendierung von verhaltensauffälligen Schülern sei nicht der Weisheit letzter Schluss: Stattdessen sollen Schüler verpflichtet werden, länger in der Schule zu bleiben, um sie intensiver betreuen zu können. Den Bund forderte Ludwig auf, einen neuen Verhaltenskodex zu entwickeln, der auf Disziplin oder die Gleichstellung von Mann und Frau abzielt. Zudem sprach er sich für verpflichtenden Ethikunterricht aus. (krud, 20.9.2018)

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