Staatspreis Architektur für Post am Rochus und M eins Mittersill

Ansichtssache20. September 2018, 14:56
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Sonderpreis für Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen in Hall

fotos: lukas schaller

Alle zwei Jahre verleiht das Wirtschaftsministerium den Staatspreis Architektur mit jeweils unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Am Mittwoch war es wieder so weit: Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) zeichnete mehrere Projekte in den Kategorien "Handel" und "Verwaltung" aus.

In der Kategorie "Verwaltung" ging der Staatspreis an die Post am Rochus in Wien, geplant durch die Architekturbüros Schenker Salvi Weber und feld72. Errichtet wurde das Gebäude von der Post AG, es beherbergt neben einem Einkaufszentrum in den unteren Geschoßen hauptsächlich die Büroflächen der Konzernzentrale.

Die Jury hob laut Aussendung als positiv hervor, dass sich das Unternehmen für einen innerstädtischen Standort entschieden hat, und außerdem auch für den Erhalt von Teilen der vorhandenen Bausubstanz. "Überzeugt hat auch das sehr schlüssige Konzept der Integration von Kunst, welches mit dem Gebäude eine gelungene Symbiose eingeht", heißt es in der Begründung.

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fotos: m-preis/schaller

Die Kategorie "Handel" entschied das bereits 2014 fertiggestellte Einkaufszentrum M eins in Mittersill für sich (es konnten Projekte eingereicht werden, die seit 2012 in Betrieb genommen wurden). Bauherr ist die Supermarktkette M-Preis, geplant haben die Architekten Rainer Köberl und Paul Pointecker.

Das Einkaufszentrum überzeugte die Jury als "innovativer Ansatz für ein Fachmarktzentrum", insbesondere durch seine "kompakte Lösung für diese Bauaufgabe". Üblicherweise werden Fachmarktzentren "mit einer linearen Aneinanderreihung von Geschäften und einem meist überdimensionierten Parkplatz davor" gestaltet, hier sei alles "schlüssig zusammengefasst", womit auch ein für die Besucherinnen und Besucher gut nutzbarer öffentlicher Raum entstanden sei.

Infos und weitere Bilder auf nextroom.at.

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foto: franz&sue/andreas buchberger

Der Sonderpreis zum Staatspreis 2018 ging an das Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen in Hall, geplant vom Architekturbüro Franz&Sue und errichtet vom Land Tirol. Die Jury würdigte das Projekt (das aktuell auch, wie berichtet, beim "Fiabci Prix d'Excellence Austria" im Finale ist) als eine singuläre Bauaufgabe. "Mit dem Engagement eines öffentlichen Bauherrn erfolgt eine wichtige Aufwertung des Bereichs Wissenschaft", so die Jury. Das Gebäude überzeuge mit seiner Formensprache "und ist ein interessanter Beitrag zum zeitgenössischen Kulturbau mit hybrider und räumlich spannender Nutzung".

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foto: roland halbe

Fünf Projekte wurden außerdem noch mit Nominierungen gewürdigt, nämlich

  • die neue ÖAMTC-Zentrale in Wien (Bild; Pichler & Traupmann Architekten; ÖAMTC), die sich ebenfalls auf der Shortlist für den Prix d'Excellence befindet;
  • der Erste Campus in Wien (Henke Schreieck Architekten; Erste Group);
  • das Bürogebäude der Püspök Group in Parndorf (ad2 architekten; Püspök Group);
  • das Miba Forum in Laakirchen (Delugan Meissl Associated Architects; Miba AG);
  • sowie das Pah-Cej-Kah Büro- und Geschäftshaus in Deutsch-Wagram (PPAG architects; AC Wohnen).

Ausgelobt wird der Staatspreis vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Organisator ist die Architekturstiftung Österreich Gemeinnützige Privatstiftung, Partner sind die Wirtschaftskammer Österreich und die Bundeskammer der Ziviltechniker/innen. Der nächste Staatspreis Architektur wird 2020 vergeben. (red, 20.9.2018)

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