Neue Hinweise, warum Frauen in die Menopause kommen

20. September 2018, 13:04
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Die Menopause könnte evolutionsbiologisch eine Folge der begrenzten Haltbarkeit der Eizellen sein, berichten Wiener Wissenschafter

Wien – Evolutionsbiologen rätseln schon lange, wieso Frauen mit rund 50 Jahren in die Menopause kommen. Grund dafür ist wohl die begrenzte Haltbarkeit ihrer Eizellen, berichten Wiener Anthropologen nun im Fachjournal "Scientific Reports". Sie werden schon vor der Geburt angelegt und kommen erst viele Jahre später zum Einsatz.

Susanne Huber und Martin Fieder vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien verglichen bei 48 Säugetierarten wie Mäusen, Kaninchen, Schafen, Beuteltieren, Wölfen, Löwen, Eisbären, Affen, Elefanten, Menschen, Seekühen und Walen, wie alt sie werden und bis zu welchem Alter sie Nachwuchs bekommen. Während die Tiere mit kurzer Lebensspanne in der Regel bis an ihr Lebensende fruchtbar sind, beenden die langlebigen Vertreter ihre produktive Phase so wie die Menschen oft weit vor dem Ende ihrer Lebenszeit. Es gibt also offensichtlich eine zeitliche Obergrenze, wie lange Säugetiere Kinder in die Welt setzen.

Schwindende Haftung

Wahrscheinlich setzt die begrenzte Haltbarkeit der Eizellen diese physiologische Grenze, erklärte Huber. Die Eizellen werden bei Säugetieren schon im weiblichen Fötus angelegt und verharren dann in einer Ruhephase (am Ende der Prophase der ersten meiotischen Teilung), bis sie gebraucht werden. Die Erbgut-Stücke (Chromatiden) müssen in der ganzen Wartezeit aneinander haften, weil sie erst später beim Abschließen der Reifeteilung aufgeteilt werden. Der Kleber wird aber mit der Zeit alt und funktioniert dann nicht mehr einwandfrei. Dadurch kommt es zur fehlerhaften Verteilung der Chromosomen, wie etwa bei Trisomie 21 (Down Syndrom), wo die befruchtete Eizelle drei Kopien des Chromosoms 21 anstatt eines Paares enthält. Das Risiko für Trisomie 21 steigt dadurch mit dem Alter der Mütter stark an.

Bisher erklärte man sich das Auftreten der Menopause bei Frauen etwa mit der Oma- oder der Mama-Hypothese. Erstere besagt, dass Frauen ihren monatlichen Menstruationszyklus und damit die Fruchtbarkeit ab einem gewissen Alter evolutionär aufgegeben haben, damit sie sich besser um die Enkel kümmern können, die ja auch zu einem Viertel ihr Erbgut tragen. In der Mama-Hypothese wiederum vertraten manche Biologen die Annahme, dass früher jede Geburt für die Frau ein großes Risiko darstellte und der Tod der Mutter für ihre bisherigen Kinder fatal wäre. (APA, 20.9.2018)

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