Schlecky Silberstein: Morddrohungen nach AfD-Hausbesuch

    Video18. September 2018, 16:23
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    Der Blogger Christian Brandes alias Schlecky Silberstein drehte ein Satirevideo zu Chemnitz und bekam den Wut der AfD zu spüren

    "Volksfest in Sachsen" heißt ein Video des Autors, Schauspielers und Bloggers Christian Brandes alias Schlecky Silberstein. Der Deutsche befasste sich darin mit den Protesten rechter Gruppe nach dem Todesfall in Chemnitz und empörte damit die AfD.

    Brandes Produktionsfirma hatte laut deutschen Medienberichten für das "Bohemian Browser Ballett" des Jugendkanals Funk eine "Parodie auf den Wahnsinn von Chemnitz" gedreht. Zu sehen waren auch ein AfD-Stand und nachgestellte Demonstrationen von Rechten. Dass es sich um einen Dreh gehandelt habe, soll klar ersichtlich gewesen sein.

    bohemian browser ballett

    Nach dem Dreh veröffentlichte die AfD ein Video, in dem behauptet wird, Brandes hätte mit seinem Team eine rechte Demonstration nachgestellt, um sie als echte Veranstaltung auszustrahlen, schreibt etwa das deutsche Nachrichtenportal zeit.de. "Es ist unfassbar, zu welchen Mitteln gegriffen wird, um die AfD zu diskreditieren", sagt der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Woldeit.

    AfD dreht eigenes Video

    AfD-Politiker Frank-Christian Hansel dreht dann mit einem Kameramann vor der Haustür von Brandes' Firmenpartner und filmte dabei dessen Klingelschild. Was zur Folge hatte, dass er bedroht wurde. In seinem Blog schreibt Brandes: "Das Video mit den Adressdetails wurde über den Facebook- und Youtube-Kanal der AfD-Berlin geteilt, wo viele Kommentatoren sehr erregt über den jüdischen Namen meines Partners waren."

    Ein Mail hatte etwa folgenden Inhalt: "Ihr Juden seid ein Geschwür. Euch muss man ermorden!!!". Laut Brandes hätte es solche Reaktionen nie gegeben, wenn nicht die AfD aufgesprungen wäre. Er schreibt: "Viele tun immer so überrascht, wenn sie von diesen Methoden hören. Dabei gehören gerade Attacken auf Künstler und Journalisten zum kleinen Einmaleins der Autokratie. Die eigenen Anhänger sollen das Vertrauen in das wichtige Korrektiv namens Medien verlieren. Nicht umsonst ist überall auf der Welt und überall in der Geschichte Schritt eins nach der Machtübernahme die Einschränkung der Kunst- und Pressefreiheit." (red, 18.9.2018)

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