Natalia Ginzburgs Kurzroman "Valentino": Die Welt ist lakonisch

    25. September 2018, 10:07
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    Marit Beyer liest den melancholischen Text über den eitlen Titelhelden in der Neuerscheinung als Hörbuch

    Die Lakonie war Natalia Ginzburgs Kennzeichen, die Kürze ihr Signum. "Wenn ich Geschichten schreibe", so die italienische Schriftstellerin, 1916 in Palermo geboren und 1991 in Rom verstorben, die 40 Jahre lang Lektorin (und Übersetzerin von Flaubert, Proust, Marguerite Duras) im Einaudi-Verlag war, ihr kleines Büro gleich neben jenem Cesare Paveses, "bin ich wie einer, der in seiner Heimat ist, auf den Straßen, die er von klein auf kennt, zwischen den Mauern und den Bäumen, die ihm gehören."

    Ihr Kurzroman Valentino erschien 1957. Marit Beyer liest den melancholischen Text über den eitlen Titelhelden, der nach oben heiratet, sich und die anderen unglücklich macht und wieder in kleinbürgerliche Verhältnisse zurückstürzt, fein nuanciert, ebenso die Erzählungen Die Mutter und Sommer.

    Luise Wunderlichs Stimme hingegen, die Eine Abwesenheit von 1933 und Mein Mann (1941) sowie die editorische Notiz liest, ist keine, die überzeugend zu Ginzburgs Tonfall passen will. Lutz M. Schäfer hat außerdem Haus am Meer eingelesen. (Alexander Kluy, Album, 25.9.2018)

    Natalia Ginzburg, "Valentino und fünf Erzählungen". € 24,70 / 261 min. Verlag der Diwan, Winterbach 2018

    • Natalia Ginzburg, "Valentino  und fünf Erzählungen". € 24,70 / 261 min. Verlag der Diwan, Winterbach 2018
      foto: der diwan hörbuchverlag

      Natalia Ginzburg, "Valentino und fünf Erzählungen". € 24,70 / 261 min. Verlag der Diwan, Winterbach 2018

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