Türkische Lira wieder im Abwärtsstrudel – Bankenhilfe geplant

18. September 2018, 11:16
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Die Währung kommt trotz der jüngsten Zinserhöhung nicht auf die Beine

Istanbul – Die türkische Regierung wird unterrichteten Kreisen zufolge Maßnahmen vorstellen, um Banken zu helfen, den zu erwartenden Anstieg von notleidenden Krediten zu bewältigen, der sich aus dem Rutsch der Lira und den kräftig gestiegenen Zinsen ergibt.

Der Plan wird sich mit notleidenden Krediten und anderen uneinbringlichen Forderungen befassen und wahrscheinlich vorsehen, diese an eine staatliche Einrichtung zu übertragen, sagten die Personen, die darum baten, namentlich nicht genannt zu werden, weil die Überlegungen vertraulich sind. Mit dem Plan solle die Notwendigkeit von Kapitalspritzen gemindert werden, sagten sie.

Lira kommt nicht in die Gänge

Die türkische Lira kommt trotz der jüngsten Zinserhöhung in der Türkei nicht auf die Beine. Anleger trennten sich am Dienstag erneut von der Währung. Der Dollar stieg im Gegenzug um gut ein Prozent auf 6,38 Lira an. "Es gibt eine anhaltend hohe Nachfrage der Türken nach ausländischen Devisen", sagte ein Händler.

"Wenn die Lira auf diesem Niveau bleibt, werden die Spekulationen zunehmen, dass die Zinserhöhung nichts gebracht hat, und die Situation der Lira wird sich wieder verschlechtern", so der Devisenhändler.

Die türkische Währung hat seit Jahresbeginn im Vergleich zum Dollar rund 40 Prozent an Wert verloren. Um den Kursverfall zu stoppen, hatte die Zentralbank des Landes vergangene Woche den Leitzins unerwartet deutlich auf 24 Prozent angehoben.

Mit Spannung warten Investoren nun auf eine Rede des Finanzministers Berat Albayrak am Donnerstag. Der Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan will dann die mittelfristigen Pläne der Regierung zur Bewältigung der Wirtschaftsprobleme erläutern. (APA, Bloomberg, 18.9.2018)

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    foto: imago/altan gocher
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