Wie man ein Haus um wenig Geld baut

    Ansichtssache29. September 2018, 09:00
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    Ein neues Architekturbuch zeigt, wie Häuslbauer sparen können, und präsentiert 50 günstige Eigenheime

    foto: thomas drexel/dva

    Ein selbstgebautes Eigenheim, für viele Menschen ist das der größte Traum. Noch besser: Der Bau ist günstig und bietet dennoch alles, was es zum Leben braucht. Dass das möglich ist, zeigen 50 Eigenheimprojekte aus dem Buch "Best Of Low-Budget-Häuser" des Architekturbuchautors Thomas Drexel.

    Er will mit seinem Buch Inspirationen geben für kostenbewusste Bauherren, Hauskäufer und Planer. Egal übrigens, welche Vorstellungen sie ansonsten von ihrem Traumhaus haben. Denn was die Materialien, Formen, Größen und Bauweisen betrifft, ist für alle Geschmäcker etwas dabei: Holz, Beton, Flachdach, Container-Bauweise, Single-Heim, Familienanwesen, Lage in der Stadt, Vorstadt oder auf dem Land.

    (im Bild: von Planbasis/Architektin Yvonne Hertel geplantes Haus in Randersacker bei Würzburg, Preis: 250.000 Euro)

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    foto: thomas drexel/dva

    Jedes der Häuser wird mit erklärendem Text und mehreren großformatigen Fotos vorgestellt. Groß über jedem Projekt sind die Bruttogesamtkosten angegeben – mit Steuern und Nebenkosten, aber ohne Kosten für Grundstück und Gartenanlagen. In einer Liste sind zu jedem Objekt die wesentlichen Baudaten aufgeführt.

    Dazu gehört auch die Rubrik "kostensenkende Faktoren", die zeigt, wie Architekten und Bauherren besonders sparen konnten. Darunter finden sich wenig überraschende Ratschläge wie "Verzicht auf überflüssige Bauteile", "Verwendung günstiger Materialien", "genaue Steuerung der Bauabläufe" oder "hoher Anteil an Eigenleistungen" – Vorsätze, die wohl die meisten Häuslbauer haben. So mancher wünscht sich vom Buch womöglich konkretere Tipps.

    (im Bild: von Matthias Stickel Architektur geplantes Haus in Dinslaken/Nordrhein-Westfalen, Preis: 250.000/260.000 Euro)

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    foto: thomas drexel/dva

    Zu jedem Haus ist zusätzlich ein Grundriss abgebildet, außerdem werden Besonderheiten beschrieben, etwa das Energiekonzept, die Bauweise oder das Heizsystem eines Gebäudes, wenn sie eine nennenswerte Rolle spielen.

    Was auffällt: Viele der Häuser bestehen aus Modulen, können also bei Bedarf mit den Bewohnern mitwachsen, oder sie sind mobil, lassen sich also an andere Standorte transportieren. Schnell wird klar, dass sich vielerorts Architekten und Entwickler mit günstigen Bauformen beschäftigen, oftmals ist die Lösung dafür ein standardisierter und hoher Vorfertigungsgrad.

    (im Bild: von Tommy Carlsson Arckitektur geplantes Haus in Stockholm, Preis: 185.000 Euro)

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    foto: thomas drexel/dva

    Los geht es preislich übrigens mit einem Miniwohnstudio (25 m²) um 55.000 Euro, der teuerste Bau ist ein Loft-Einfamilienhaus in Wien (143 m² Wohnfläche + 39 m² Terrasse) um 300.000 Euro.

    Mit von der Partie sind Häuser aus der ganzen Welt, die meisten allerdings stehen in Deutschland und Österreich. Wie so oft, zeigt auch dieses Buch, sind die Westösterreicher, was schöne Architektur anbelangt, ganz weit vorn mit von der Partie. (Bernadette Redl, 30.9.2018)

    (im Bild: von Planbasis/Architektin Yvonne Hertel geplantes Haus in Randersacker bei Würzburg, Preis: 250.000 Euro)

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    foto: thomas drexel/dva
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