Nutzer spielte auf Klavier Bach, Sony wollte Copyright durchsetzen

    17. September 2018, 11:12
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    Vorfall in den USA zeigt Gefahr durch automatisierte Filter-Software, die den Kontext nicht erkennt

    Sony Music hat versucht, ein Urheberrecht für eine Partitur von Johann Sebastian Bach durchzusetzen. Konkret geht es um ein Video, das der Musiker James Rhode aufgenommen hatte. Es zeigt Rhodes, der auf einem Klavier Bach spielt. Sony reklamierte 47 Sekunden davon als Urheberrechtsverletzung, wie Ars Technica berichtet. Das ist jedoch juristisch Unsinn: Stücke von Sebastian Bach sind schon längst gemeinfrei.

    Automatischer Upload-Filter

    Womöglich klang Rhodes‘ Klavierspiel so sehr nach einer CD-Aufnahme im Besitz von Sony, dass ein automatischer Upload-Filter aktiviert wurde. Erstaunlicherweise beharrte Sony auch nach einer Beschwerde durch Rhodes auf seinen vermeintlichen Ansprüchen. Durch einen Tweet des Musikers erhöhte sich jedoch der öffentliche Druck so sehr, dass der Musikkonzern sang- und klanglos seine Beschwerde fallenließ.

    Overblocking

    Bislang gab es weder eine Entschuldigung noch eine Erklärung für Sonys Verhalten. Der Vorfall zeigt die Gefahren von automatischen Urheberrechts-Filtern, die oftmals falsch anschlagen. Das führt zu sogenanntem "Overblocking" von legalen Inhalten. Das EU-Parlament hat sich vergangenen Mittwoch dafür ausgesprochen, dass derartige Filter verpflichtend beim Upload von Nutzerinhalten zum Einsatz kommen sollen. (red, 17.9.2018)

    • Das Urheberrecht für Werke von Johann Sebastian Bach ist schon längst gemeinfrei
      foto: ap/knosowski

      Das Urheberrecht für Werke von Johann Sebastian Bach ist schon längst gemeinfrei

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