Esa-Erdbeobachtungssatellit Aeolus sendet erste Winddaten

    16. September 2018, 15:00
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    Die im August gestartete Satellitenmission soll globale Windprofile erstellen und Wetterprognosen verbessern

    Darmstadt – Gut drei Wochen nach seinem Start ins All liefert der europäische Erdbeobachtungssatellit Aeolus erste Daten über die Winde auf der Erde. Obwohl die Kalibrierung des Satelliten erst in der kommenden Woche beginnen soll, habe Aeolus bereits "sehr vernünftige Daten" gesendet und die Erwartungen übertroffen, sagte der Direktor für Erdbeobachtung der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Josef Aschbacher.

    Die Mission wird vom Esa-Raumflugkontrollzentraum ESOC in Darmstadt gesteuert und überwacht. Zum Auftakt übermittelte Aeolus ein Profil, das großflächige Ost- und Westwindströme einschließlich des sogenannten Jetstreams zeigt. Letzterer ist eine starke Strömung in etwa acht bis zwölf Kilometern Höhe über der Erde, die das Klima maßgeblich beeinflusst.

    Komplexe Technik

    Um die Daten zu sammeln, umrundet der Satellit in einer Höhe von 320 Kilometern innerhalb von jeweils 90 Minuten die Erde von Pol zu Pol und nimmt dabei Windprofile auf, wie Aschbacher erläuterte. Auf diese Weise benötige er jeweils sieben Tage, bis alle Gebiete der Erde durch die Messungen abgedeckt seien. Nach der voraussichtlich mehrmonatigen Kalibrierungs- und Validierungsphase würden die Daten für Wettervorhersage-Modelle verwendet. Bei der Kalibrierung wird etwa die komplexe Lasertechnik des Satelliten geeicht.

    Eine Vega-Rakete hatte den rund 1,4 Tonnen schweren Esa-Satelliten im August ins All gebracht. Mit Hilfe des Messgeräts Aladin soll er erstmals die Windgeschwindigkeit rund um den Globus von 30 Kilometern Höhe bis zum Boden messen. Die von ihm übermittelten Windprofile sollen die Wettervorhersage verbessern. Vor allem das Netz von Messstellen auf der Südhalbkugel, über den Ozeanen, den Tropen und oberhalb von zehn Kilometern Höhe gilt bisher nach Esa-Angaben als sehr dünn. Es könne daher passieren, dass ein Sturm in Europa unterschätzt wird, weil Daten zur Vorhersage fehlen. (APA, 16.9.2018)

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